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Apfelbaum Schädlinge: Der Apfelspinner spinnt seine Netze !

Vor einigen Tagen entdeckten wir in unseren Apfelbäumen seltsame weiße „Gespinste“ mit schwarzen Punkten im Innern… ! WAS IST DAS ? So war meine Frage – Apfelwickler oder Apfelgespinstmotte?  Die Antwort heißt: Es ist die Apfelbaumgespinstmotte, die zur Zeit massenhaft in Apfelbäumen anzutreffen ist.

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Wir waren ganz schön überrascht – so etwas hatten wir noch nicht gesehen… Beim Fotografieren und recherchieren im Netz waren wir zunächst nicht ganz sicher, ob es sich um die Raupen des schädlichen Apfelwicklers oder um die der nicht ganz so schädlichen Apfelgespinstmotte /auch Apfelspinner genannt) ….

Dies ist die Raupe, die wir gefunden haben…:

Schließlich fanden wir heraus, dass es sich um die Apfelgespinstmotte handeln muss. Sie ist zwar nicht wirklich schädlich – weder für den Baum (er erholt sich wieder) , noch für die Äpfel, aber die Gespinste hinterlassen ein ungutes Gefühl und man kann sich eigentlich kaum vorstellen, dass sie wirklich keinen dauerhaften Schaden hinterlassen, oder wie seht Ihr das? Außerdem ist es ja – wie so oft – eine Frage der Menge !

Lebenszyklus: Die Larven der Apfelgespinstmotte überwintern unter der Baumrinde, im Frühjahr (ca. ab Mai) beginnen die Raupen, sich an den Blättern sattzufressen und bilden dabei die Gespinste, die für uns schließlich gut sichtbar sind. Bei den schwarzen Punkten, die man im Innern der Gespinste gut erkennen kann – wenn man genauer hinsieht, auch die Raupen -, handelt es sich um den Kot der Tierchen.

Hier kann man das Blattgerippe erkennen, dass die Raupe übriggelassen haben:

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Im Juni dann verpuppen sich die Larven und warten in kleinen, kompakten Kokons auf Ihre Entwicklung zum Falter.

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Der Falter schlüpft schließlich (ca. Juni-Juli) und legt bis August wieder neue Eier in bzw. unter der Rinde von Bäumen ab, geschützt unter einer Sekretschicht. Somit gibt es also „nur“ eine Generation pro Jahr, deren Population durch milde Winter und trockene Sommer begünstigt wird. KeinWunder also, dass dieses Jahr (2020), nach dem letzten milden Winter und den beiden besonders warmen und trockenen Sommern viele Apfelbäume mit diesen Gespinsten und eher kahlem Laub zu finden sind.

BEKÄMPFUNG: Der Befall der Apfelgespinstmotte wird einem einigermaßen gesunden Baum wohl eher nicht den Garaus machen, der Baum erholt sich wieder und treibt schließlich neu aus – die Apfelernte jedoch wird dann wohl geringer ausfallen, je nach Höhe des Befalls…

Damit die Population jedoch nicht überhand nimmt und die Ernte möglichs groß ausfällt, sollte man so früh wie möglich die befallenen Äste abschneiden und verbrennen oder in die Restmülltonne geben (bitte NICHT in die Biotonne und NICHT auf den Kompost!).

(Sing-)Vögel sind bei der Bekämpfung ebenfalls sehr hilfreich – sie lieben Raupen ! Ich bin nicht sicher, aber der Befall an unseren Apfelbäumen ist relativ gering, dafür tummeln sich doch so einige Vögel, vor allen Dingen Amseln, Meisen, Tauben, Rotschwänzchen, Spatzen, usw. im Geäst. Außerdem haben wir vorgestern nur eine einzige Raupe entdeckt (siehe Foto) – was natürlich auch daran liegen könnte, dass die fertig entwickelten Falter bereits „ausgeflogen“ sind…? ;-).

Wir haben uns aktuell (Anfang Juni 2020) dazu entschlossen, die befallenen Äste herauszuschneiden und die Äste zu entsorgen. ALLE Gespinste haben wir sicherlich nicht entdeckt und vernichtet, aber einen Großteil auf jeden Fall…

Nun ist die Bekämpfung der sichtbaren Gespinste im Frühjahr wohl fast schon ein wenig spät, der Fraß ist bereits in vollem Gange..

Günstiger wäre es wohl, den Baum im Winter zurückzuschneiden, um so die  Menge der evtl. überwinternden Larven in der Baum-/Astrinde zu reduzieren. Da die Raupen dann jedoch auf den Boden fallen, ist es hilfreich, vor dem Schnitt eine Decke oder Plane auf dem Boden auszubreiten, damit die Äste samt evtl. vorhandenen Eiern, auf die Decke fallen und in die Tonne entsorgt werden können – und nicht auf der Wiese überleben…

Vielleicht hilft es auch, den Baum bzw. die Äste im Winter/frühes Frühjahr (vor der Blüte) zu schütteln (Decke/Plane unter den Baum!) – ob die Raupen dann „abfallen“ ? Wir werden es auf jeden Fall diesen Herbst/Winter ausprobieren…

Habt Ihr auch schon solche Gespinste des Apfelspinners in Euren Obstbäumen entdeckt…?

Wer noch weitere und detaillierte Informationen zum Apfelspinner sucht, hier noch zwei Links:

Wikipedia

Plantura Garden:

Ich wünsche Euch und uns allen eine reiche Apfelernte !

17 Kommentare zu “Apfelbaum Schädlinge: Der Apfelspinner spinnt seine Netze !

    • Solange sich die Gespinste mengenmäßig in Grenzen halten – so wie bisher, haben wir auch nichts dagegen. Wahrscheinlich haben sich die Vögel gut von den Raupen ernährt und einige Falter sind wohl inzwischen ausgeflogen. Äpfel hängen immer noch genügend im Baum – also alles gut :-).
      Ich kenne aber auch Bäume auf einer Obstbaumwiese außerhalb des Ortes, da sieht das anders aus – kaum Äpfel, dafür umso mehr Gespinste… Da waren die Vögel wohl überfordert ;-). LG und einen schönen Restabend, Birthe

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  1. Ich habe diese Gespinste auch das erste Mal überhaupt in unseren Bäumen entdeckt. Vorerst habe ich noch nichts dagegen unternommen, eher auf die Hilfe der Vögel gehofft. Ich werde das weiter beobachten und entsprechend handeln, sollte es notwendig werden. Bisher sind es noch nicht übermäßig viele Gespinste. So hoffe ich auf den guten Appetit unserer Gartenvögel. Die Meisen z.B. sind aber auch so gut versorgt, wir haben nämlich unwahrscheinlich viele Blattläuse – speziell in der Schlehe.
    LG von der Silberdistel

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    • Hallo liebe Silberdistel, ich denke, wir müssen nichts weiter unternehmen. Im Grunde hätte ich die -offensichtlich leeren – Gespinste auch hängen lassen können. Der Baum ist nicht stark geschwächt und somit ist kein großer Schaden entstanden. Im nächsten Jahr werde ich dies allerdings früher beobachten und im Auge behalten, ob die Vögel das alleine in den Griff bekommen. Solange es nicht mehr ist, stört es mich nicht wirklich :-).
      Liebe Grüße, Birthe

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  2. Hallo Birthe,

    ein schöner Bericht!

    ich habe auch immer mal wieder kleine Gespinste der Motte in meinen Apfelbäumen gesehen und mir dann auch gedacht: O weh, jetzt fressen sie ihn kahl; aber bisher sind sie dann immer irgendwie sehr schnell „ausgestorben“, ohne große Schäden zu hinterlassen.

    Ich sehe aber bei der Fahrt in meinen Garten ein paar Apfelbäume, die nahezu jedes Jahr vollkommen eingesponnen und kahl gefressen werden.
    Sie stehen allerdings an einem, meiner Ansicht nach, sehr ungünstigen Standort, mutterseelenallein und häufigem Wind ausgesetzt.
    Ich denke, dass solche Bäume eher gefährdet sind, die eh schon kümmern und kränkeln. Gesunden Bäumen machen die Motten nicht viel aus. Wenn dazu noch ein reiches Leben um sie herum sich tummelt, sind sie nicht viel mehr als ein kleiner, notwendiger Teil des Lebenskreislaufs.

    Ich werde sie ganz sicher nicht auf irgendeine Art bekämpfen, sondern meinem Garten die Regulation überlassen.

    Im Moment schaue ich zu, wie die Stachelbeerblattwespenlarven sich an meinen Stachelbeerbüschen gütlich tun. Ich konnte dabei schon einige ihrer Vertilger im Einsatz beobachten (Ameise, Wespe, Schlupfwespe). Ich gehe auch davon aus, dass u. a. meine Gartenrotschwänzchen die fetten Larven nicht verschmähen.

    Ich denke, wir sollten cool bleiben, wenn sich mal ein paar Schädiger an den Früchten unserer Arbeit laben. Die Schädlinge sind auch wieder Nahrung für andere; durch Eingriffe stören wir nur das Gleichgewicht (das natürlich aus mehr oder weniger großen Schwingungen besteht).
    Bei mir ist bisher immer genug für mich übrig geblieben.

    Liebe Grüße, Jürgen

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    • Hallo Jürgen, ja ich denke auch, dass wir eigentlich recht gelassen sein können. Der Befall ist nicht wirklich groß – wahrscheinlich dank der Vögel – und der Baum scheint es gut zu verkraften, auch wenn er insgesamt noch weitere Schadbilder wie trockene Astspitzen hat…
      Auf den Obstwiesen außerhalb des Ortes sieht es hingegen wirklich kahl aus, aus Angst davor haben wir vorsichtshalber mal diese Gespinste entfernt. Wahrscheinlich ohnehin zu spät, aber wie gesagt, wirklicher Schaden ist nicht entstanden :-).
      Es stimmt natürlich: In einem einigermaßen intakten Naturgarten sollten sich Nützlinge und Schädlinge die Waage halten, aber man hat schon den Eindruck, dass die Schädlinge manchmal einfach überwiegen, da sie sich schneller vermehren und ausbreiten als die Nützlinge ;-).
      Danke und eine reiche Stachelbeerernte wünsche ich Dir ! LG Birthe

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  3. Guten Morgen Birthe.
    Bei uns in der Gartenanlage sieht man diese Gespinste jedes Jahr in den Bäumen.
    Wir knipsen sie ab und vernichten sie.
    Bisher habe ich dadurch noch keine weiteren Schäden entdeckt.
    LG, Nati

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    • Hallo Nati,
      wir haben diese Gespinste bisher noch nie in unseren Bäumen gesehen – daher haben wir nun auch direkt gehandelt. Raupen haben wir allerdings tatsächlich nur eine einzige gefunden. Daher denke ich auch, dass keine wirkliche Gefahr für den Baum besteht :-). Liebe Grüße, Birthe

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