[Ackerschachtelhalm] (Unkraut, Heilpflanze, Stärkungsmittel, Schädlingsbekämpfung

Ackerschachtelhalm – lat. Name „Equisetum arvense“ . Der Name leitet sich ab vom lateinischen “ equus“, dem Pferd, und saeta für Borste. Denn seine Wedel erinnern an Pferdeschweife.

Weitere Namen:  Zinnkraut, Fegekraut,  Pferdeschwanz,  Schaftheu, Scheuergras, Scheuerkraut, Zinnkraut

Der Ackerschachtelhalm wird einerseits als Unkraut verdammt, andererseits weiß man jedoch um seine  äußerst vielseitige positiven Kräfte, wodurch er gerade heutzutage wieder an Beliebtheit gewinnt.

Bereits vor einigen Jahrhunderten wurde er  im Haushalt zum Putzen und Polieren von Zinn-Gegenständen verwendet, seine Heilkraft z.B. bei Blasen- und Nierenleiden war schon im Altertum bekannt und außerdem wird er als biologisches Pflanzenschutzmittel zur Stärkung von anderen Zier- und Garten-Pflanzen eingesetzt, die dadurch widerstandsfähiger gegenüber Pilzkrankheiten und anderen Schädlingen werden, z.B.:

– Mehltau (Sternrußtau)

– Pilzerkrankungen

– Blattläuse

– Rote Spinne,

 

Die Ursache für diese positiven Wirkungen ist der hohe Gehalt an Kieselsäure, Mineralstoffen, Spurenelementen und anderen organischen Säuren.

Gepflückt oder gesammelt werden kann er von Mai bis Juli, man findet ihn auf Wiesen und, wenn man Pech hat (oder Glück – je nach Sichtweise) auch im eigenen Garten. Dort ist der Nachschub immer gewährleistet, denn hat er sich einmal „eingenistet“ wird man ihn nie mehr los – versprochen ;-).

 

1) Verwendung als biologisches Düngemittel/Stärkungsmittel/Schädlingsbekämpfung an Zier- und Nutz-/Gartenpflanzen (Blumen, Gemüse, Obst):

Der Ackerschachtelhalm ist sehr beliebt zur Stärkung z.B. von Rosen – und zur  Bekämpfung von Pilzen und Schädlingen aller Art  (z.B. Sternrußtau, Mehltau, Blattläuse). Durch das Einweichen in Wasser (und ggf. kochen) löst sich ein Teil der Kieselsäure, die später die behandelten Zier- und Gartenpflanzen stärkt und schützt. Die Pilzsporen – und Läuse oder sonstige Schädlinge haben es weitaus schwerer, durch die gestärkten und kräftigen Blattoberflächen oder Blütenknospen zu gelangen.  Pflanzen, die in den Genuss einer Behandlung mit Ackerschachtelhalm kommen, werden gesünder und widerstandsfähiger.

 

– Brühe aus Ackerschachtelhalm :

1 kg frisches Pflanzenmaterial – ohne Wurzel –  (oder 100 g getrocknete Pflanzen) etwas zerkleinern, für 24 Stunden in 10 Litern kaltem Wasser einweichen. Anschließend ca. eine halbe Stunde mit geschlossenem Deckel köcheln lassen (ab und zu mit einem Holz-Kochlöffel umrühren). Dann den Topf mit geschlossenem Deckel abkühlen lassen und die Flüssigkeit absieben, (den Ackerschachtelhalm ausdrücken). Fertig ist die Brühe bzw. eine Konzentration !

Natürlich kann die o.g. Menge beliebig verringert oder erhöht werden, immerhin ergibt dies eine Basis-Brühe, die anschließend noch mit Wasser verdünnt wird.

Diese Ackerschachtelhalm-Basis-Brühe kann nun im Verhältnis 1:3 bis  1:5 mit Wasser verdünnt werden (1 Teil Brühe, 5 Teile Wasser) und auf die   Pflanzen (z.B. Rosen, Clematis, Tomaten,…), gespritzt werden.  Verstärken kann man die Wirkung, indem man diese Lösung auch als Gießwasser verwendet.

Zur Vorbeugung und Stärkung wiederholt man diese Behandlung ab dem Frühjahr alle 2-3 Wochen, will man einen akuten Schädlingsbefall bekämpfen, sollte man die befallenen Pflanzenteile möglichst alle 2-3 Tage mit der Mischung bespritzen oder abduschen. Idealerweise geschieht dies an einem trockenen, bedeckten Tag morgens, damit die benässten Pflanzenteile gut abtrocknen können.

Irgendwo habe ich gelesen, dass die Zugabe von 1 TL Natriumhydrogencarbonat (Wirkstoff im Backpulver) auf 1 ltr. Spritzbrühe die Fungizid-Wirkung erhöht. Dies gilt es auszuprobieren…

Tipp: Die Ackerschachtelhalmbrühe lässt sich sehr gut aufbewahren, z.B. über den Winter. Einfach in eine Flasche oder einen anderen Behälter geben und aufbewahren – so kann man im zeitigen Frühjahr bereits mit dem Stärken beginnen, obwohl der Ackerschachtelhalm noch nicht zum Sammeln verfügbar ist. Selbst wenn er dann etwas unangenehm riechen sollte, tut das seiner Wirkung keinen Abbruch – die Brühe ist dann wohl zur Jauche umgewandelt…

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Mann kann die Brühe auch als Kaltauszug herstellen: Dafür einfach 300-500 g frische Pflanzenteile in 10 ltr. kaltem Wasser einweichen, 24 Stunden ziehen lassen, absieben und dann im Verhältnis 1:10 verwenden.

 

Jauche aus Ackerschachtelhalm: 1 kg Halme bodentief ernten, in ca. 15 cm lange Stücke schneiden. In einem Eimer mit 10 ltr. Wasser verrühren, abdecken (mit Juteleinen). Ca. zwei Wochen stehen lassen, täglich umrühren. Gegen die Geruchsbildung (man kann es auch Gestank nennen) kann man etwas Gesteinsmehl zufügen. Anschließend durch ein Sieb filtern und imk Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt ausbringen.

Allgemeines zu Jauchen:

Das Pflanzenmaterial (frisch oder getrocknet) wird zerkleinert, in einem Eimer mit kaltem Wasser übergossen und in die Sonne gestellt. Der Ansatz sollte luftdurchlässig abgedeckt und täglich gerührt werden. Nach ein paar Tagen setzt die Gärung ein (zu erkennen an den aufsteigenden Luftbläschen). Diese frische Jauche kann nun zur Schädlingsbekämpfung im Verhältnis 1:50 mit Wasser verdünnt und gespritzt werden. Läßt man das Ganze noch ein paar Tage stehen, erhält man vergorene Jauche, die im Verhältnis 1:20 verdünnt und gespritzt wird. Die vergorene Jauche kann auch zum Düngen verwendet werden. Vergorene Jauche ist reif, wenn sie nicht mehr schäumt.

 

Übrigens: Zum Spritzen von Rosen bzw. zur Birnengitterrostbekämpfung an Rosen hat sich ebenfalls bewährt: Eine Mischung aus Milch:Wasser im Verhältnis 1:3 herstellen und die Rosen alle 14 Tage damit besprühen. Hat fast die gleiche Wirkung wie Ackerschachtelhalmbrühe !

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