Bärlauch – Allium ursinum – (Wildknoblauch) –

„Bärlauch im Mai erspart das ganze Jahr Arzt und Arznei“ (Bauernregel)

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Bärlauch in Blüte (Wildkräuter)

Bärlauch in Blüte (Wildkräuter)

Bärlauch erfreut sich immer mehr Beliebtheit – er wächst im Wald, an lichtdurchfluteten Stellen, aber auch zu Hause im Garten.

Namenherkunft: Der Bär galt bei den germanischen Völkern als Kraft- und totemtier mit großem, symbolischen Charakter. Er galt als Frühlingsbote, der die Kraft des Winters brach – genau wie die Pflanze. Im Volksmund auch Bärenlauch, Hexenzwiebel, Waldknoblauch, wilder Knoblauch.

Inhaltsstoffe: Allicin = Ätherisches Öl. Allicin steckt in allen Lauch- oder Zwiebelgewächsen. Was riecht, das wirkt – so heißt es, und: je stärker der Geruch, desto größer die Heilkraft. Reich an Vitamin C.

 

Wachstum: Mehrjährig, gerne schattig, am Rande von Sträuchern und Bäumen. Bärlauch liebt feuchten, humusreichen Boden im Halbschatten. 2 Blätter je Zwiebel. Hohle, blattlose Blütenstängel, meist 3-kantig. Blätter glattrandig, unterseits etwas heller. Weiße, sternenförmige Einzelblüten. Gehört zu den Liliengewächsen, zieht daher sein laub nach der Blüte wieder ein.  Ca. 30 cm hoch, frosthart, normal feucht, Bärlauch am besten absonnig oder schattig.

Treibt im März/April aus. Gegen Ende April bilden sich seine weißen Blüten aus. Im Juli zieht die Pflanze wieder ein.

Vermehrung: am besten im zeitigen Sommer durch das Vereinzeln von Zwiebeln. Ist jedoch nur nötig, wenn man ihn ortsmäßig „verpflanzen“ will, da er sich von ganz alleine sehr üppig weiterverzweigt.

 

 

Ernte: bei der Ernte sollte man mindestens drei Blätter an der Pflanze belassen. Am besten pflücken, wenn es rocken ist. Je Pflanze nur ein Blatt unten am Stiel abzupfen. Meistens wachsen zwei lange gestielte Blätter aus einer Zwiebel.

Ernte der Blätter vor der Blüte ! Dann haben sie das größte Aroma / Wirkungskraft. Blätter möglichst nicht pürieren, sie werden sonst bitter.

Nach der Ernte der Blätter beginnt die Erntezeit der Blüten-Knospen, dann der Blüten, und dann sogar noch der kleinen Zwiebeln, die ab Juni gegraben werden können.

Wir haben auch einige Pflanzen Bärlauch in meinem „Wald“, ein Mini-Stück Erde, das im Halbschatten liegt, direkt neben einer schatten spendenden Hecke (hinter der Hütte)

Verwendung Blätter:

Möglichst frisch verwenden. Die Blätter immer gründlich washcen und trocken schleudern oder mit einem Geschirrhanddtuch trockentupfen. Erst kurz vor dem Verzehr oder der Weiterverarbeitung zerkleinern, möglichst nicht pürieren (sie werden sonst bitter).

Aufbewahren lassen sie sich einige Tage im Kühlschrank, wenn man die gewaschenen, noch feuchten Blätter in ein Geschirrhandtuch oder Küchenkrepp schlägt. So halten sie sich ca. 2-4 Tage !

Auch zum Einfrieren sind die Blätter geeignet: portionsweise einfrieren.

Zum Trocknen eher weniger geeignet, da sich das ätherische Öl (Allicin) biem Trocknen und Erhitzen verflüchtigt und somit auch viele Geschmacks- und Wirkstoffe.

Sie schmecken würzig – ähneln dem Knoblauchgeschmack. Sehr beliebt für Pesto, Brotaufstrich, als Zutat für Suppen, Salat, Soßen, Dressings, Kräutersalz, Kräuterbutter, Kräuterquark, Öl, Essig. Etwas Besonderes als Zutat zu Bratkartoffeln, Pfannkuchen, Knödel, als Füllung von herzhaften Nudeln- oder Teigtaschen.

 

Gesundheit: Bärlauch wird als wilder Knoblauch bezeichnet, aber sein Vorteil besteht eindeutig darin, dass er beim Menschen keinen unangenehmen Körpergeruch verbreitet (durch das Chlorophyll in den Blättern).  Bärlauch soll sogar noch wirkungsvoller als Knoblauch sein.

Vitaminreich, Wirkung ähnlich gesundheitsfördernd wie Knoblauch: blutdrucksenkend, appetitanregend, einer Artieren-Verkalkung vorbeugend. Bärlauch ist hilfreich bei schlechter Durchblutung, Magen- und Darmstörungen, Appetitlosigkeit und Schwächezuständen.  Außerdem aufgrund seiner schwefelhaltigen Öle hilfreich bei Magen- und Darmstörungen. Das im Bärlauch enthaltene Allicin ist dem Penicillin ähnlich. Es hemmt das Wachstumvon Bakterien, Viren und Pilzen – den Auslösern von infektionen, Magen-Darm-Erkrankungen und Erkältungen. Alle Zwiebelgewächse haben außerdem reinigende, entschlackende Wirkung. Regelmäßig verzehrt, sollen sie Bluttfettwerte und Blutzucker positiv beeinflussen.

Zitat Kräuterpfarrer Johann Künzle:

„Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch.“

Gesundheits-Frühjahrs-Entschlackungs-Kur (3 bis 6 Wochen): Während der Bärlauch-Sammelzeit täglich etwa eine Handvoll (10-15) frische Blätter essen. Wer einen Entsafter hat, kann dreimal täglich vor den Mahlzeiten 1 EL frisch gepressten Saft mit etwas Flüssigkeit trinken.

 

 

Rezepte:

Roh täglich ca. 10 frische Blätter in Salat oder kleingeschnitten aufs Butterbrot

 

1) Bärlauchsuppe

2) Bärlauchpesto :

1 Bund (ca. 20g) Bärlauchblätter waschen, fein hacken. 1 EL Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett bei leichter Hitze rösten, bis sie duften.  Die Bärlauchblätter zusammen mit 1-2 EL Olivenöl, den Pinienkernen und 50 g geriebenem Parmesan pürieren.  2-3 Stunden ziehen lassen. Evtl. mit Salz und Pfeffer abschmecken. Geeignet für Nudeln oder zu Baguette.

Bärlauch-Pesto

Bärlauch-Pesto

 

3) Bärlauch-Öl:

Ca. 100 g gewaschene Bärlauchblätter stark zerkleinern. Einige Blätter ganz lassen für die Deko, und diese zum Schluss in die Flasche geben. Dann entweder mit Rapsöl oder Olivenöl übergießen. Ca. 1-2 Wochen bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann filtrieren. Geeignet für Marinaden, Dressing

4) Bärlauch-Essig:

 

5) Frühlings-Essig mit Wildkräutern (Bärlauch, Gänseblümchen, Sauerampfer, Löwenzahn, Wiesenschaumkraut)

6) Grüne Suppe: Suppen und Eintöpfe aus Wildkräutern haben eine lange Tradition. Früher gab es eine sogenannte „Gründonnerstagssuppe„. Sie enthielt die ersten wilden Frühlingskräuter, wie z.B. Brennessel, Bärlauch, Brunennkresse, Löwenzahn, Giersch, Gundermann, Gänseblümchen, ,Sauerampfer, Schafgarbe, Spitzwegerich, Wiesenschaumkraut, Vogelmiere oder Wiesenknopf.

Als Basis ist am besten eine Gemüsebrühe geeignet, die entweder mit Kartoffeln, Ei oder Getreideschrot gebunden wird. Dann die feingeschnittenen Wildkräuter zufügen. Evtl. cremig pürieren (wer mag). Zum Schluss mit etwas Sahne verfeinern und mit gerösteten Brotwürfeln (Croutons) servieren.

Mit schönen, schmackhaften Wildblüten kann man dann noch wunderbar dekorieren.

7) Bärlauch-Quark:

Frische Bärlauchblätter fein hacken und mit Quark mischen. Quark ggf. mit Joghurt oder Sahne verfeinern. Es sieht besonders hübsch aus, wenn man Blüten mit dazugibt. Mit Blüten dekorieren.

7a) Bärlauch-Dipp (für Partys, für Gemüsesticks, Cracker, als Beilage zu Pellkartoffeln, als Brotaufstrich, usw.)

8) Bärlauch-Butter:

Frische Bärlauchblätter fein hacken und mit zimmerwarmer Butter und ca. 0,5 TL Kräutersalz verrühren. Butter kann z.b. über eine ausgestreute Blütenmischung gerollt werden. Ein „Hingucker“ auf jedem Büffet.

Wer Bärlauchpaste hat, nimmt 250 g weiche Butter, ca. 0,5 TL Kräutersalz und 2-3 TL Bärlauchpaste und rührt dies zu einer Bärlauchbutter.

 

9) Bärlauch-Paste (Grundlage z.b. für Pesto):

Reichlich Bärlauchblätter waschen, evtl. durch einen Fleischwolf drehen (oder sehr kleinschneiden, pürieren). Etwas Steinsalz dazugeben sowie etwas Olivenöl, alles gut vermischen.  In kleine Schraubgläser füllen, Oberfläche glattstreichen, ca. 1 cm Olivenö daraufgeben, Gläser zuschrauben und in den Gefrierschrank stellen.  Oder Masse in einen Gefrierbeutel füllen, etwas flachdrücken und diese Platte einfrieren – hier kann man später einzelne Stückchen herausbrechen, ohne dass man die ganze Platte auftauen muss…

Im Winter kann man mit der Bärlauch-Paste die Salatsauce verfeinern ebenso wie Gemüseeintöpfe, oder auch ddie Nudelsauce. Einmal angebrochen hält sich die Paste noch 4 Wochen im Kühlschrank.

Tipp: Aus der Paste lässt sich mit Pinienkernen (ohne Öl in einer Pfanne goldgelb geröstet) und geriebenem Hartkäse schnell ein Pesto für Nudeln zubereiten.

 

10) Bärlauch-Tinktur:

50 g Blätter klein schneiden, in ein Schraubdeckelglas geben, mit 350 ml Doppelkorn (38% Alkohol) übergießen, bis der Bärlauch von der Flüsigkeit bedeckt ist. Ca. 3 Wochen bei Raumtemperatur ziehen lassen, hin und wieder schütteln. Absieben und in dunkle Fläschchen umfüllen (aus der Apotheke). Dreimal täglich 20 Tropfen mit Flüssigkeit verdünnt vor dem Essen einnehmen.

11) Bärlauch-Dinkelbrot

12) Bärlauch-Salz

13) Bärlauch-Dipp (mit Paprika – für Party, Cracker, Brotaufstrich, Pellkartoffeln, …)

 

 

Achtung: Verwechslungsmöglichkeit mit den giftigen Maiglöckchen!! Unbedingt vor dem Sammeln einige Blätter zerreiben, sie sollten dann eindeutig vom Geruch her an Knoblauch erinnern, dann hat man den Bärlauch vor sich.

 

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