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[Naturgarten, Wildbienen] Ein Mini – Sandarium in der Zinkwanne …

Als ich in den vergangenen Tagen im Garten ein neues Blumenbeet anlegte, kam mir die Idee, ein Mini-Sandarium für Wildbienen in einer unserer vielen Zinkwannen anzulegen… ;-).

Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass man ein Sandarium auch auf kleinem Raum, also in einem Bottich, einer Zinkwanne oder ähnlichem anlegen kann…

 

 

Viele Wildbienen – eigentlich sogar die die meisten, nämlich 3/4 aller Wildbienenarten  – sind Erdnister und somit nutzen quasi nur ca. 1/4 aller Wildbienen unsere liebevoll gebauten und zur Verfügung gestellten Insektenhotels….

Deshalb ist es gut, wenn z.B. Blumenwiesen nicht bis auf den letzten Quadratmeter bepflanzt und besät werden, sondern wenn man den Bienen einenTeil der Fläche offen lässt, sofern es sich um einigermaßen lockeren Boden handelt.

Unser Mini-Bachlauf befindet sich auf einem Mini-Hügel, der inzwischen sichtbar auch von Wildbienen zum Nisten genutzt wird…(leider habe ich kein Foto davon – man konnte aber Löcher in der Erdwand erkennen, die inzwischen wieder geschlossen sind).

Um diese Fläche zu erweitern bzw. ihnen weiteren Nistraum zu bieten – die genannte Fläche wird sicherlich über kurz oder lang zugewachsen sein – habe ich nun also eine Zinkwanne befüllt:

 

Vor dem Befüllen haben wir im Boden etliche Löcher hineingebohrt, damit Wasser ablaufen kann und der Bottich bei Regen nicht im Dauernass steht.

Archivbild

Dann haben wir unten eine dünne Schicht aus Kieselsteinen eingebracht, als Drainage.

Dann etwas Mutterboden (wir haben hier Lehmboden ;-))  mit Sand gemischt und diesen dann in die Zinkwanne gefüllt.

Zum Glück hatte der liebe Nachbar noch Bausand sowie Mutterboden, sodass ich mich dort bedienen konnte – ein großes Dankeschön dafür ! 🙂 – und nach Belieben mischen konnte. Ich habe letztendlich ungefähr ein Verhältnis 2:3, d.. 2 Teile Sand, 3 Teile lehmige Muttererde.

Nun noch etwas wohnlich und dekorativ einrichten… ;-). Natürlich will man möglichst viel Freiraum für mögliche Nistplätze bieten, also nur eine sehr spärliche Bepflanzung mit zwei Felsennelken, die ich mittels Terracottatopf-Resten im Wachstum etwas einschränken bzw. in seine Schranken weisen will.

Wichtig ist es außerdem, dass sich direkt in der Nähe etwas Totholz, z.B. ein  Aststück, Baumrinde, eine Weinrebe oder ähnliches befindet, da die Bienen mit dem dort abgeschabten Material ihre Röhren verschließen. Daher habe ich ein Rindenstück aus dem Wald dort hineingesteckt – senkrecht, um Platz zu sparen.

 

 

Was ist noch zu beachten:

  1. Wichtig ist natürlich ein möglichst sonniger Platz, um die Wärme zu speichern
  2. Größe: Je größer, je besser ;-). Die Tiefe sollte mind. 40-50 cm betragen, die Größe mind. 40×40 cm.
  3. Sand: Grober Sand (kein Spiel- oder Vogelsand), sondern billigen Sand aus dem Baumarkt oder einem Steinbruch, am besten mit Lehm oder Erde gemischt, damit er auch im trockenen Zustand seine Form behält und die Nistbauten nicht in sich zusammenfallen, aber gleichzeitig locker genug ist, damit die Bienen ihre Röhren bauen können.
  4. Die richtige Konsistenz kann man testen: Entweder einen „Sandkuchen“ backen, also feucht einen kleinen Turm bauen, warten bis er trocken ist und schauen, ober die Form behält.  Oder: Einen Stock in den Sand hineinstecken – beim Herausziehen muss das Loch erhalten bleiben
  5. Das bereits erwähnte Totholzstück in Form eines Rindenstückes, einer alten Weinrebe, ein altes Aststück, oder aber es ist einfach genügend „Baumaterial“ im direkten Umfeld des Sandariums. Das Material wird zum Verschließen der Niströhren benötigt…
  6. Den Behälter unten mit einer Schicht Kies/Steine auslegen, außerdem im Boden einige Abzugslöcher einbohren, damit überschüssige Feuchtigkeit ablaufen kann, sonst steht der Behälter spätestens im Herbst im Dauer-Nass – wenn möglich, kann man den Behälter idealerweise überdacht aufstellen .
  7. Insektenschutz….? Diese Frage stellt sich ja inzwischen auch immer mehr bei den üblichen Insektenhotels… Auch wenn die Gänge und Röhren im Sandarium viel tiefer gehen, werde ich wohl in Kürze noch ein Hasengitter oder ähnliches über die Wanne legen – die Maschen groß genug für Bienen, aber zu klein für diebische Vögel…
  8. Katzenschutz …? Katzen könnten so ein Sandarium mit einem Katzenklo verwechseln… Auch hier wird  das bereits erwähnte Gitter schützen – oder aber man legt locker einen stacheligen Rosen-/Brombeerstrauch darüber ;-). Mal abwarten…

Auch wenn es „Sandarium“ heißt, ist es wohl ein Irrtum, ein Sandarium nur mit reinem Sand zu befüllen – der Erdanteil ist wichtig, damit die „Gänge“ und Röhren erhalten bleiben und nicht zusammenfallen. Schließlich gib es in der Natur auch keine reinen Sandfelder ;-). Es geht wohl eher darum, den Boden mit Sand aufzulockern und für freie Bodenfläche zu sorgen, da sie auf Wiesen oder vollkommen zugepflanztem Boden kaum geeigneten Nistraum finden.

In Regionen mit eher sandigem Boden kann man ggf. mit Lehmboden für etwas festeres Sand-Baumaterial sorgen …

Ein Sandarium ist also eine Bereicherung für die Natur, Bienen/Insekten und den eigenen Garten – und kann sogar auf der Terrasse Platz finden ;-).

Nun bin ich gespannt, ob und wann sich die ersten Bienen einfinden – ich hoffe, sie werden sich hier wohlfühlen :-).

17 Kommentare zu “[Naturgarten, Wildbienen] Ein Mini – Sandarium in der Zinkwanne …

  1. Ja, bei uns gibt es auch erschreckend wenig Insekten. Ich fürchte, ein Rosenteil wird Dir beim Sandarium nicht richtig helfen. Da muss schon ein Gitter hin, damit es kein Katzenklo wird.Aber das ist wirklich ne tolle Idee. Birgitt

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Nati,
      eine freie Erdfläche bauen viele Gartenbesitzer zu einem Sandarium um, indem sie sie bewusst freihalten und ggf. mit passender Erde aufpeppen – wobei ich mich manchmal auch frage, warum – in der Natur wird ja auch nichts extra präpariert ;-). Egal, unser Sandarium bietet bewusst eine stets freibleibende Fläche – ob sie genutzt wird, wird sich zeigen… ;-).
      Danke Dir und liebe Abendgrüße, Birthe

      Gefällt 1 Person

    • Ein gutes Zeichen, wenn viele Wildbienen das Hotel nutzen – hier ist es z.Zt. etwas mau mit Insekten – das erschreckt uns …
      Das hoffen wir, dass das Sandarium eine passende Ergänzung ist – mal schauen ob es angenommen wird …
      Danke Dir und liebe Grüße, Birthe

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  2. Gestern hat mir mein Mann von einem Bericht in einer Gartensendung erzählt, in dem es um genau dieses Thema ging. Das ist auf dem Balkon leider nicht möglich. Aber unsere beiden Bienenhotels sind fast völlig mit Mauerbienen belegt. Ihre Zeit ist leider schon wieder vorbei. Hoffen wir, dass im nächsten Frühjahr viele neue Bienen schlüpfen werden. Mein Sohn muss seine Nisthilfe mit Draht schützen, da alle Brutröhren, vermutlich von einem Star, zerstört wurden. Viel Erfolg für dein Sandarium!
    Liebe Grüße,
    Elvira

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Elvira,
      ist doch toll, wenn Dein Insektenhotel schon ausgebucht ist :-). Ein Balkon ist halt doch etwas begrenzt – dennoch bereicherst Du die Insektenwelt mit Deinen Pflanzen und den Nistmöglichkeiten – das kann längst nicht jeder von sich und seinem Balkon behaupten ;-).
      Vögel lieben diese Brutröhren – der Drahtschutz ist einfach und effektiv :-).
      Ich danke Dir und wünsche Dir einen schönen Abend ! LG Birthe

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