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Schwarzwurzeln aus eigenem Anbau – ganz einfach !

Heute habe ich zum ersten Mal SCHWARZWURZELN im eigenen Garten geerntet. Die größte Herausforderung am Anbau dieser „alten“ Gemüsesorte liegt beim Ernten ! ;-). Ansonsten alles lässen sich Schwarzwurzeln ganz einfach anbauen… :

Ehrlilch gesagt: Bisher kannte ich Schwarzwurzeln nicht wirklich – ich hatte sie bis zum letzten Jahr (2019) weder angebaut oder gar gegessen. Da es sich aber um ein altes Gemüse handelt, das derzeit ein comeback findet, wurde ich neugierig und wollte ihm eine Chance in meinem Garten und natürlich auch in der Küche geben… „Winterspargel“ oder „Spargel des armen Mannes „ – so wird er auch genannt, hört sich spannend an, nicht wahr ;-)? Außerdem enthalten Schwarzwurzeln besonders viele Vitamine, sind recht robust gegen Krankheiten aller Art (NICHT gegen Wühlmäuse ;-)), und sind winterfest/frosthart.  Achso, und lecker sollen sie auch noch sein ;-). Was will man mehr ?

Gesagt, getan:

1. Aussaat: Im Frühjahr 2019 (18.4.19) säte ich einige Samen als Direktsaat in den Garten NE. Die Aussat der Schwarzwurzel erfolgt im April, die Saattiefe beträgt ca. 2cm im Abstand von je 10 cm, Reihenabstand: 25-30 cm.

2. Wachstum/Pflege: Im Sommer wurde hin und wieder gegossen, Unkraut gezupft, aber im Großen und Ganzen wuchsen die Schwarzwurzeln einfach so vor sich hin…

Hier ein Blick auf die Schwarzwurzeln im Oktober:

3. Wachstum/Pflege: Gegossen wurde ab Herbst gar nicht mehr – es  regnete hin und wieder. Auch Unkrautzupfen war nicht mehr nötig.

4. Winter/Frost: Im Winter 2019/2020 gab es -bisher- kaum Frost. Übrigens: Schwarzwurzeln vertragen ganz gut Frost – irgendwo habe ich gelesen, dass sie nach Frost sogar noch etwas besser schmecken ;-).

5. Ernte : Die Ernte kann ab ca. Oktober/November beginnen, wenn die Wurzeln ca. 2-3 cm dick sind. Geerntet werden kann  ie bereits erwähnt, quasi den ganzen Winter über, solange der Boden zum Erntezeitpunkt frostfrei ist.

Gestern (30. Januar !) war es soweit: Mit Grabgabel, Handschuhen und Gartenschuhen ging es in den Garten NE, wo ich die Schwarzwurzeln ernten wollte. Gar nicht so einfach wie gedacht: Die langen Pfahlwurzeln sind wirklich lang – teilweise sogar bis zu 30 cm ! Und das in unserem recht festen, fasten lehmigen Boden. Ich war überrascht, die meisten Wurzeln gingen sogar recht gerade nach unten – sie haben sich ihren Weg gesucht….

Ganz ehrlich: Die größte Herausforderung am Anbau der Schwarzwurzeln liegt meiner Meinung nach in der Ernte ! Man muss erstmal die Wurzeln seitlich freigraben, und selbst dann ist es noch eine Herausforderung, die Wurzeln GANZ aus der Erde herauszubekommen. Mir ist es nur bei wenigen gelungen, die meisten habe ich irgendwo und irgendwie dann doch abgebrochen. Schade, aber: Übung macht den Meister, nächstes Jahr werde ich eine andere „Erntetechnik“ ausprobieren – Tipps werden gegen entgegengenommen ;-).

Schließlich war es geschafft und die Ernte bestand aus 2 kg schwarzen Wurzeln (brutto, mit Grün), teilweise bis zu 30 cm lang.

Zu Hause wurden sie draußen grob von der Erde befreit – das ging in einem Eimer Wasser und Bürste sehr gut ).

6. Zubereitung: Dann Handschuhe an (Achtung: Braune Hände und Kleidung durch austretenden Saft), das Grüne abschneiden und die Wurzeln mit einem Sparschäler schälen. Man darf nicht vergessen, die „nackten“ Wurzeln nun mit Zitronensaft zu beträufeln – ich habe sie eine Schüssel mit Wasser gelegt, in das ich etwas Zitronensaft gemischt habe. Ansonsten werden sie unansehnlich braun, was der Qualität jedoch keinen Abbruch tut – ähnlich wie bei Äpfeln …

Netto blieben dann „nur“ noch knapp 1 kg übrig, die ich sofort verarbeitete.

7. Rezepte: Schwarzwurzeln können roh gegessen werden (Geschmack ähnlich Möhre-Kohlrabi, außerdem leicht nussig – sehr lecker !). Man kann sie einfach naschen (wie Möhren), als Salat (ich habe einen Schwarzwurzel-Möhren-Salat zubereitet: Wurzeln geraspelt, mit Möhrenraspeln gemischt und ein Dressing aus Zitronensaft/Öl/Joghurt/Saure Sahne) – sehr lecker !

Gegart wandelt sich ihr Geschmack vollkommmen: Sie werden in Wasser für ca. 12-15 Minuten gekocht (je nach Dicke der Wurzeln), dann abtropfen lassen und ggf. mit einer Sauce versehen. Geschmack und Konsistens erinnern dann sehr an Spargel – daher auch der Name: „Winterspargel“.

Ich hatte einen Teil des „Winterspargels“ gegart. In der Zwischenzeit in einer Pfanne Zwiebeln in Fett glasig gedünstet, dann die abgetropften Wurzelstücke hinzugegeben, Sahne, Milch, Salz, Pfeffer, Muskat, etwas angedickt und schon hatten wir eine leckere Gemüsebeilage, die tatsächlich fast wie Spargel schmeckt. So lecker !

8. Lagerung: Gelagert werden können die geernteten Schwarzwurzeln entweder kühl in einer Kiste mit  feuchtem Sand oder aber man wickelt die gewaschenen Wurzeln tropfnass in ein Baumwollhandtuch (ich nehme in solchen Fällen immer eine kleine Baumwolltasche) und legt sie in den Kühlschrank, wo sie sich bis zu einer Woche frisch halten.

Einfrieren kann man sie auch : Dazu erst schälen, dann in Wasser blanchieren (dem Wasser 2 EL Essig oder Zitrone zufügen, damit die Wurzeln nicht braun werden!), abgießen, abtropfen lassen bzw. etwas trockentupfen und einfrieren. Dann sind sie ca. 6 Monate haltbar.

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Fazit: Schwarzwurzeln werden demnächst öfter auf den Tisch kommen und definitiv in diesem Jahr wieder im Garten angebaut !! Sie sind regional, vitaminreich, lecker, vielseitig, winterfest,robust. Das ideale Wintergemüse  – ich bin begeistert !

Habt Ihr schon mal Schwarzwurzeln angebaut bzw. in der Küche zubereitet ? Habt Ihr vielleicht noch gute Rezepte, die ich probieren kann… ?

Viele Grüße aus dem Garten, Birthe

15 Kommentare zu “Schwarzwurzeln aus eigenem Anbau – ganz einfach !

  1. Ich hatte sie im letzten Jahr auch im Lehmboden angepflanzt. Die Ernte war eine Tortur, da die Erde unheimlich schwer und pappig war. Daher konnte ich die Wurzel auch nicht komplett ernten. Ich muss aber auch sagen, dass diese Schwarzwurzeln schon drei Jahre alt waren. Das ist das tolle an diesem Gemüse. Das wird nicht holzig, egal wie alt. Jedoch werden sie riesig! Wir hatten eine Schwarzwurzel dabei, die hatte einen Durchmesser von fast 20 cm. Da hab ich echt blöd geschaut. Die haben wir auch sicher nur zu einem kleinen Teil aus der Erde bekommen. Nach einem halben Meter haben wir aufgegeben und die Wurzel abgebrochen. ^^
    In lockerer, leicht sandiger Erde lassen sie sich wesentlich besser ernten. Da grabe ich normal einfach mit den Händen an der Wurzel entlang und hebe sie so aus der Erde. Das geht dann auch ganz gut.
    Was ich noch nicht wusste, ist, dass man sie auch roh essen kann. Da hab ich wieder etwas gelernt. Muss ich dieses Jahr unbedingt ausprobieren. Ich hab da noch Wurzelchen vom letzten Jahr im Garten. 🙂

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    • Das kann ich mir gut vorstellen, wie Deine Ernte ablief ;-). Bei uns waren sie ja nun -noch – nicht wirklich lang und trotzdem war es schon mühsam, im nassen, lehmigen Boden nach ihnen zu graben, um die Wurzeln möglichst heil und ganz aus der Erde zu bekommen.
      Aber wenn sie bereits über 50 cm lang waren … Wahnsinn ! Ich hätte gedacht, dass sie dann holzig werden, aber es ist ja umso besser, wenn sie das nicht werden und sogar jahrelang im Boden weiterwachsen. Sehr robust – super !

      Hast Du Erfahrungen damit gemacht, ob die abgebrochenen Stücke, die in der Erde verbleiben, irgendwie weiterwachsen ?

      Man lernt nie aus ;-). Sie schmecken roh ganz anders als gekocht – und ebenfalls sehr lecker !
      Liebe Grüße, Birthe

      Gefällt 1 Person

  2. Guten Morgen Birthe.

    Wenn du die Erde tiefgründig lockerst bevor du aussäest wachsen sie besser und lassen sich leichter ernten.
    Handschuhe bei der Verarbeitung ist aber nicht nur wegen der Färbung sinnvoll, sondern auch weil sie furchtbar klebrig sind!
    Ich wusste allerdings nicht dass sie auch roh verzehrt werden können.
    Ich bereite sie so zu:
    Nach dem Schälen mit Butter in eine Pfanne anbraten und mit Puderzucker etwas karamellisieren. Ca. 15 Min. braten, bis sie angeröstet sind und mit Salz & Pfeffer würzen. Für 15 bis 20 Min. auf kleiner Hitze ziehen lassen.
    Zum Schluss noch etwas Butter hinzu geben und mit Semmelbrösel bestreuen. Etwas Zitronensaft zum Binden verwenden.

    LG, Nati

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  3. Sehr schön! Und nun ein Tipp von Mmmadddin: schneidet man den Schopf und die oberen 5 cm ab und pflanzt sie wieder ein, wird dieses Opfer belohnt, indem der Stumpf neue Wurzeln bildet und im Früh jahr austreibt. Im Sommer zeigen sich schließlich ansehnliche gelbe Blüten mit charakteristischen Duft.

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    • Na, das ist ja ein guter Tipp – Dankeschön ! :-). Das werde ich auf jeden Fall früher oder später probieren. Leider habe ich jetzt alle verarbeitet… ;-).
      Ich schaue aber mal, ob ich noch die einen oder andere Wurzel im Beet übersehen habe, dann probiere ich es aus…
      Außerdem habe ich ohnehin einige Wurzeln nicht komplett ernten können, d.h. sie sind mir abgebrochen, sodass ja nun noch einige Wurzeln in der Erde verblieben sind. Wir werden sehen, was geschieht, ich bin gespannt und freue mich dann schon auf die Blüten :-).
      Herzliche Grüße, Birthe

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  4. Oh ich liebe Schwarzwurzeln! Im Garten hatten wir bisher keine, aber das ändern wir dieses Jahr. Deine Detaillierte Beschreibung ist auf jeden Fall hilfreich.
    Ich hab mal gelesen, dass man die Schwarzwurzeln beim Schälen in einer großen Schüssel unter Wasser halten soll, dann ist es einfacher mit dem austretenden Saft und der Verfärbung.
    Guten Appetit und lass sie dir schmecken!

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