Garten-Tagebuch 2020/Januar/Winter

[Chicoree Januar 2020] 8 Monate von Saat bis zur Stauden-Ernte…

Heute  habe ich die erste Chicoreestaude aus dem Garten bzw. aus der Garage geerntet. Zwischen Aussaat im Juni 2019 bis zur ersten Ernte (29.1.2020) lagen nunmehr 8 Monate. Heute  zeige ich die Entwicklung …:

1) Die Aussaat des Saatgutes (Chicoree „Robin“ – eine rote Sorte) erfolgte am 8.6.19 in der Schubkarre , zusammen mit anderen Salaten. Dies war schon etwas spät, die ideale Aussaatzeit liegt im Mai. Übrigens: Man kann Chicoree übrigens sehr gut DIREKT ins Beet säen ).

2)  Auspflanzung ins Beet: Im Juli habe ich die Jungpflanzen in die Beete ausgesetzt. Einige ins Hochbeet mit lockerer Erde, einige in den Bauerngarten mit festem, lehmigen Boden. Oberflächlich gesehen wuchsen alle Pflänzchen mehr oder weniger gut, allerdings wunderte ich mich dann doch irgendwann über das Aussehen der Blätter, die doch eher an Löwenzahn als an Chicoree erinnern ;-). Handelte es sich überhaupt um Chicoree…? ;-).

Daran merkt man, dass ich vorher noch nie Chicoree angebaut hatte:  Ich fragte sogar schriftlich beim Saatguthändler nach, der mit aber dann natürlich bestätigte, dass ich tatsächlich Chicoree im Beet habe, der allerdings ja später noch getrieben werden muss.

3) Ich beachtete die Chicoreepflanzen also nicht weiter, sie wuchsen und entwickelten sich munter weiter.

Chicoree im Bauerngarten:

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4) Wurzelernte: Der milde Winter sorgte dafür, dass ich die Pflanzen tatsächlich erst am 7. Januar erntete. Leichter Frost macht ihnen übrigens nichts, solange der Boden nicht dauerhaft gefroren bleibt. Geerntet wird die -hoffentlich – lange PfahlWurzel samt Blattwerk, daher heißt es aufpassen und tief graben (z. B. Grabgabel), um die tief reichende Wurzel möglichst nicht zu beschädigen . Bei der Ernte offenbarte sich dann bei mir der Unterschied: Während die Wurzeln in der lockeren Hochbeeterde schön tief reichten, hatte ich im Bauerngarten nur eher flache Wurzeln, die ich letztendlich gar nicht verwenden konnte.

Chicoree kurz vor der Ernte:

Auf dem Beet für einige Tage liegen lassen (oder an einem anderen kühlen Ort):

5) Nach der Ernte werden die Pflanzen von Erde befreit (geht am besten unter Wasser), dann einige Tage unbeachtet draußen liegen gelassen .

6) Blätter abschneiden: Danach werden die Blätter ca. 2 cm oberhalb der Wurzel abgeschnitten und entsorgt (z.B. auf dem Kompost).

Man kann die Wurzeln nun entweder sofort zum Treiben nehmen, oder aber – falls man z.B. viele Wurzeln hat – kann man sie in Sand einschlagen und bei ca. 0-5 Grad einige Wochen, ja sogar einige Monate lagern (immer wieder mal befeuchten – hohe Luftfeuchtigkeit!). Bei Bedarf kann man sie dann aus ihrem „Schlaf“ aufwecken und zum Treiben verwenden.

7) Treiben: Nun heißt es, einen geeigneten Behälter für die Treiberei zu suchen… Ich hatte letztendlich nur noch 6 Wurzeln übrig, die ich verwenden konnte. Ich nahm einen Blumentopf (mit Wasserabzugsloch), legte ihn auf die Seite, füllte ihn mit Sand und den Wurzeln und stellte den Topf auf. Den Sand hatte ich so dicht aufgefüllt, dass die Wurzeln an ihrem Platz stehen blieben. Oben lässt man ein wenig des Wurzelkopfes herausschauen, auf jeden Fall aber natürlich die Schnittfläche der abgeschnittenen Blätter.

8) Angießen: Nun wird der Chicoree samt Sand angegossen.

9) Abdunkeln: Jetzt kommt ein sehr wichtiger Punkt: Der Chicoree mag es dunkel – ganz dunkel ! Also den Behälter, in dem sich nun die Chicoreewurzeln befinden, mit einem Karton, einem anderen Eimer oder wie auch immer, abdecken und somit abdunkeln. Bei uns war es zunächst ein Topfuntersetzer, nach Tag 6 ein Eimer, über den ich noch eine Decke legte.

10) Kühl – und dunkel – stellen: Die Temperatur sollte ab jetzt idealerweise zwischen 12-18 Grad liegen. Bei mir lag die Temperatur anfangs bei über 16°C, dadurch wuchsen die Kolben recht schnell, fast schon zu schnell… Nach einer Woche stellte ich den Eimer in die Garage, wo nur Temperaturen um die 12-13°C herrschen.

Zwischendurch kann man ggf. noch etwas Wasser hinzugeben – ich habe jedoch nur einmal (nach ca. 1 Woche) ein wenig gegossen – Sand hält die Feuchtigkeit recht gut.

11) Wachstum: Die Wachstumsphase dauert nun üblicherweise zwischen 21-28 Tagen (bei mir waren sie jedoch bereits nach 16 Tagen erntereif – wahrsch. aufgrund der Wärme).

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12) Ernte der Sprossen: Haben sich schöne, geschlossene Stauden gebildet, kann geerntet werden – gute Appetit !

Übrigens: Bei mir waren zwei Stauden leicht geöffnet – wahrscheinlich war es ihnen zu warm (16,8°C, mit Decke wahrsch. fast 17,5 Grad), das hat ihrem Geschmack jedoch keinen Abbruch getan.

Zur Zubereitung des Chicoree entfernt man ggf. die äußeren Blätter, halbiert die Sprosse und entfernt den Strunk.

Bei uns gab es gestern Chicoreesalat:

Allgemeines:

Chicoree Aussaatzeitpunkt: Direktsaat ins Beet im Mai in lockeren, tiefgründigen Boden, damit sich lange Pfahlwurzeln (ca. 15-20 cm!)  bilden können

Saattiefe: ca. 2-3 cm, Abstand: ca. 30 cm

Keimdauer: 6-18 Tage bei 12-20°C

Vorkultur: Gut geeignet als Vorkultur sind z.B. Kopf- und Pflücksalat sowie Kohlrabi, nicht so gut geeignet sind Zichorien, Radicchio und Endivien,

Mischkultur : Gut geeignet sind Bohnen, Erbsen, Salat, Tomaten, Möhren, Pastinaken, Fenchel,

Ernte und Treiben: Ernte der Wurzeln mit Blättern: Ab ca. Oktober, (verträgt auch leichten Frost). Einige Tage draußen liegen lassen, danach Blätter ca. 3-5 cm oberhalb der Wurzel abschneiden, Blätter wegwerfen. Lagerung der Wurzeln bei 0-5 Grad, in Sand eingeschlagen, feucht halten (hohe Luftfeuchtigkeit). Zum Treiben die Wurzeln in einen Behälter/Eimer stellen, mit Sand bedecken bis ca. 5 cm unterhalb von Wurzelhals und Schnittstelle, angießen. Bei 12-18 Grad dunkel stellen und abwarten. Ernte der Sprossen nach ca. 16-28 Tagen, je nach Wärme.

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Viel Erfolg beim Chicoree-Anbau – ICH werde nächstes Jahr bzw. in dieser Saison noch mehr Chicoreepflanzen anbauen :-).

8 Kommentare zu “[Chicoree Januar 2020] 8 Monate von Saat bis zur Stauden-Ernte…

  1. Hat min Öllen vor Jahren auch schon mal gemacht. Ich habe ihm Deinen link geschickt und er sagte dann, er habe gerade daran gedacht es wieder einmal versuchen zu wollen. Damals war er recht erfolgreich. Grüßle Birgitt

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