Fotos/Garten-Tagebuch 2019/Im Garten/Wanderungen

Zu den Wurzeln – Urlaub in Oberschlesien, 29.5.-3.6.19

Meine Mutter stammt ursprünglich aus Oberschlesien und in diesem Jahr sind wir – zum ersten Mal – gemeinsam mit ihr – dorthin gefahren, um ihren Heimatort kennenzulernen, ihr Elternhaus (steht es noch ?) usw.  Eine Freundin bzw. weitläufige Verwandte, wohnt in der Nähe – dort im Ort haben wir uns einquartiert und sind zusammen auf Tour gegangen . Spannend !

Ehrlich gesagt, lag Polen bzw. Schlesien bisher noch nie auf unserer Reise-Wunschliste ;-). Im Nachhinein jedoch sind wir mehr als froh, dieses Land und Leute kennengelernt zu haben -es hat uns sehr gut gefallen. Doch der Reihe nach:

1. Tag – Mittw., 29. Mai 2019 – Anreise

Für die Anreise – ca. 850 km – benötigten wir insgesamt 13 Stunden. Dies lag jedoch weniger am „Feiertags-Reiseverkehr“ (Christi Himmelfahrt), sondern vielmehr an der Baustelle vor der Mautstelle in Breslau, die aufgrund einer Fahrbahnverengung von drei auf zwei Spuren für einen 2 Std.-Stau sorgte. Am Zielort angekommen, bezogen wir unsere Pension – klein, aber fein  – und beim gemeinsamen Abendessen (leckere Rouladen mit Rotkohl und poln. Knödeln) konnten wir den Tag ruhig ausklingen lassen.

Biala – Zülz:

***

Man beachte die mehrsprachige Beschriftung ;-):

2. Tag – Donnerstag, 30. Mai 2019

Heute also ging es in den Heimatort meiner Mutter (Goworowice-Gauers-Gauwald). Auf dem Weg dorthin hielten wir jedoch erst in Nysa (Neisse) und schauten uns diese schöne Stadt an – besonders gefallen mir hier in Schlesien die schönen bunten Hausfassaden, von denen ich gar nicht sattsehen konnte. Die historische Altstadt wurde im 2. Weltkrieg zerstört, die wichtigsten Baudenkmäler wurden jedoch zum Glück wieder aufgebaut. Neisse wird auch als „Schlesisches Rom“ bezeichnet (wegen seiner Barockarchitektur).

***

***

***

Danach fuhren wir also in die „alte Heimat“ , nach Goworowice (Gauers, Gauwald). Und siehe da: Das Elternhaus ist nicht zerfallen – wie befürchtet , sondern im Gegenteil sogar renoviert :-)!. Und auch die alte Schule wurde wieder aufgebaut – ebenso wie die alte Kirche – Erinnerungen kamen auf…

Als Krönung befand sich dann sogar noch ein ehemaliger Mitschüler und Nachbar in seinem Garten – vielleicht und wohl der letzte bekannte Dorfbewohner von früher . Man erzählte, tauschte sich aus – einfach schön ! 🙂

Danach fuhren wir weiter in einen Nachbarort – Ottmuchow (Ottmachau), wo wir durch den Ort flanierten, und natürlich die polnischen „Piroggen“ aßen – lecker !

***

Einen letzten Stop auf dem Rückweg legten wir in Prudnik (Neustadt) ein – ebenfalls ein schönes Städtchen…:

Tag 3 – Freitag, 1. Juni 2019

Heute zogen Herr B. und ich alleine los – die beiden Damen hatten somit ausreichend Zeit für Gespräche, Erkundungsgänge durch den Ort, usw…

Uns zog es nach Wroclaw – Breslau – knapp 140 km entfernt. Schon alleine die schöne Zweitbezeichnung „Venedig des Ostens“ machte uns neugierig. Also nix wie hin… Wir parkten ca. 500 mtr. von der Altstadt entfernt und legten den restlichen Weg zu Fuß zurück. Als wir in der Altstadt ankamen, hielt gerade ein „Touristenbähnchen“ – wir stiegen sofort ein, gemeinsam mit zwei anderen Deutschen hatten wir nun das Bähnchen für uns – inklusive individueller Reiseleitung ;-). Prima, um einen ersten Eindruck der Stadt zu gewinnen und sich zu orientieren. Nach ca. 45 Minuten hielt die Bahn wieder am Ausgangspunkt und nun lag es an uns, die Stadt auf eigenen Füßen zu erkunden – was wir natürlich auch ausreichend taten…

Wir fanden sogar ALLE Sehenswürdigkeiten der Bähnchentour wieder, ohne groß zu suchen, sondern einfach, indem wir durch die Straßen liefen, irgendwann sogar über die Dombrücke zur Dominsel – dem ältesten Teil der Stadt.

***

Ich liebe diese bunten Häuserfassaden und konnte mich gar nicht sattsehen daran ! 🙂

***

***

***

Markthalle:

Über die Dombrücke zur Dominsel:

Witzig fanden wir die inzwischen wohl über 600 Zwerge, die seit ca. 2003 die Stadt bereichern und überall verteilt sind . Man muss nur die Augen offenhalten, dann findet man viel davon – alle zu finden wäre seeeehr ambitioniert ;-). Oft sind die Zwerge den Gebäuden „angepasst“: der Zwergprofessor steht z.B. vor der Uni, der lesende Zwerg vor der Bücherei usw…

Tag 4 – Samstag, 2. Juni 2019

Heute fuhren wir nach Opole – Oppeln und zum Schloss Moszna – Moschen, das nur wenige Kilometer von unserem Aufenthaltsort entfernt liegt – ein wahres Märchenschloss !

Doch zunächst besuchten wir – wie gesagt – Opole, wo wir sogar noch die frisch gewählte „Miss Opole“ bewundern durften :-).

***

***

***

***

Bahnhof:
Die „Groschenbrücke“ – Die Gebühr zum Passieren der Brücke betrug früher einen Groschen, daher der Name. Heute heißt sie „Grüne Brücke“ 😉

 

Auf dem Rückweg zur Unterkunft kamen wir am (Märchen-)Schloss Moszna – Moschen vorbei, das wir uns  natürlich genauer ansahen:

******

Die Parkanlage ist auch sehr schön – zumal der Rhododendron in voller Blüte steht – TOLL ! Alte, große Büsche in allen Farben – sehr schön !

***

Sogar ein Storchennest war von weithin gut zu sehen – und zu fotografieren :

***

***

Tag 5 war Heimreisetag, wir brauchten wieder 13 Stunden für die 840 km. In Bautzen machten wir Frühstückspause – ein schönes Städtchen, das ebenfalls einen Besuch lohnt – leider konnten wir nur einen kurzen Blick in die Altstadt erhaschen (Frühstück! ;-)), aber wir hatten noch viele Kilometer vor uns, sodass wir hier leider nicht noch einen Stadtrundgang „mitnehmen“ konnten ;-).

 

Wir haben diese Tage sehr genossen – etwas „Heimatkunde“ auf den Spuren der Ahnen und außerdem schöne Städte und Orte kennengelernt – Wir kommen wieder , keine Frage ! 😉

Werbeanzeigen

10 Kommentare zu “Zu den Wurzeln – Urlaub in Oberschlesien, 29.5.-3.6.19

  1. Vor vielen, vielen Jahren sind wir mal anläßlich des Familientreffens in der Nähe von Naugard, Hinterpommern gewesen. Es war genauso wunderschön. Wenn die Polen etwas können, dann restaurieren und renovieren. Einfach sagenhaft. Mit Danzig hat es ja angefangen. Da muss man sich nicht grämen, dass sie dort jetzt wohnen.Im Gegenteil. Da freut man sich doch zu sehen, wohin die EU Gelder gehen. Ich habe Deine Bilder extrem genossen. LG Birgitt

    Gefällt 1 Person

    • Guten Morgen, Birgitt,
      ja, da sagst Du was: Restaurieren und renovieren können Sie 😉 :-).
      Wenn man bedenkt, wie sehr viele Ortschaften, z.B. auch Breslau od. Danzig – zerstört wurden, kann man nur staunen – und sich freuen, dass vieles wieder aufgebaut wurde und nun in neuem Glanz erscheint.
      Überall wird gebaut, renoviert – es tut sich was ! 🙂
      Liebe Grüße und einen schönen Tag, Birthe

      Gefällt 1 Person

  2. ein sehr schöner Urlaub mit vielen Sehenswürdigkeiten ..
    es ist immer schön etwas über seine Wurzeln zu erfahren

    mein Vater stammt aus der Nähe von Breslau
    und meine Mutter aus der Nähe von Oppeln
    wir waren einmal dort nachdem es möglich wurde
    in Oberschlesien sind ja viele Deutsche in ihren Dörfern geblieben
    auch meine Verwandschaft war dort ansässig
    inzwischen sind die „Alten “ aber verstorben und die Jungen
    die nicht gerade einen Hof geerbt haben sind hier in den Westen gekommen
    Ich kann das Elternhaus meiner Mutter sogar per StreetView „besuchen“ 😉
    mein Cousin lebt noch dort

    liebe Grüße
    Rosi

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Rosi,
      ja, so ist es – die Deutschen, die dort geblieben sind, sind inzwischen entsprechend alt. Die Jungen ziehen fort… Daher war es ja nun auch Zeit, gemeinsam mit Mutti dorthin zu reisen. Meine Mama war ja bereits öfter bei ihrer Freundin (die übrigens damals nicht ausgereist ist), nun haben wir es endlich auch geschafft – und wir sind froh darüber.
      Meine Mutter war das letzte Mal ca. 2003 dort, seitdem hat sich auch wahnsinnig viel verändert – das Elternhaus war damals sehr „heruntergekommen“, sodass wir tatsächlich befürchteten, es sei gar nicht mehr da. Umso mehr freuten wir uns darüber, dass es inzwischen renoviert wurde :-).
      Alle Ortschaften in Oberschlesien – die wir gesehen haben – haben wunderschöne Altstädte, die neu aufgebaut wurden, vielleicht solltet Ihr den Cousin mal besuchen … ? ;-).
      Liebe Grüße, Birthe

      Gefällt mir

  3. Hallo Birthe.
    Das war ja wirklich eine schöne Tour die ihr unternommen habt.
    Sie macht auf jeden Fall neugierig auf das Nachbarland.
    Solch bunte Häuser gefallen mir auch immer sehr.
    Bis Bautzen und Görlitz bin ich auch schon gekommen und einmal in Görlitz über die Brücke nach Polen. 😉
    Sollte ich mir auf jeden Fall mal als Urlaubswunschort notieren.
    Vielen Dank für diesen Einblick.
    LG, Nati

    Gefällt 1 Person

ich freue mich über Eure Kommentare:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.