Fotos/Sonstiges/Wanderungen

[Ausflug 25.11.17] Erz, Kupfer, Silber – Gestein und Mittelalter

Ein Busausflug mit der Dorfgemeinde – das wurde bereits im Sommer geplant und heute war es endlich soweit: 32 Personen begaben sich um 10 h auf „große Fahrt“.

Hauptziel war der Besuch des Mittalterlichen Weihnachtsmarktes  in Siegburg, der heute seine Tore eröffnet hat. Nicht nur die die schöne Stadt Siegburg hat uns gelockt, die von uns aus in einer knappen Stunde erreichbar ist,   sondern auch – oder in diesem Fall sogar hauptsächlich – die Mittelalter-Gruppe „Kramer, Zunft und Kurzweyl“, die auch bei uns bereits ihre Zelte aufgeschlagen hatte (2016) und die wir nun auch in einem anderen Umfeld erleben wollten.

Doch der Reihe nach: Bevor wir den Mittelaltermarkt besuchten, hieß es für uns noch

GLÜCK AUF“,

denn unser sehenswertes Etappenziel auf dem Weg nach Siegburg war die Besichtigung des

                         Besucherbergwerkes “ Grube Silberhardt“ in Windeck.

Hierbei  handelt es sich um ein altes Erzbergwerk, in das bereits im 13. Jahrhundert „eingefahren“ wurde und das im Laufe der Jahre und Jahrhunderte viele Wandlungen sowie diverse“Hoch und Tiefs“ erlebt hat (nachzulesen: HIER) . Die letzten Arbeiten im Bergwerk wurden 1924 eingestellt.

Zum Glück hatte es sich 1997 eine Bürgerinitiative zur Aufgabe gemacht, dieses Bergwerk für die Nachwelt zu erhalten und für Besucher zugänglich zu machen.  Dank des unermüdlichen – meist ehrenamtlichen – Einsatzes und mit finanzieller Unterstützung wurden  vorhandene Anlagen gesichert, alte Stollen freigelegt und sonstige Arbeiten durchgeführt.

Mit Erfolg :  Im Jahr 1999 konnten die ersten Besucher „einfahren“ und 2011 folgte dann sogar der Bau eines neuen und modernen Besucherzentrums mit Museum, Lok-/Instandhaltungswerkstatt sowie Bewirtungsräumen.

Hört sich alles nicht nur sehr interessant an, sondern es IST auch interessant, davon durften wir uns  selbst überzeugen:  In kleinen Gruppen von ca. 10 Personen konnten wir, nachdem wir uns mit Helm und wasserdichtem Cape versehen hatten, Teile des Stollenwerkes besichtigen, natürlich unter fachkundiger Führung. Fast schon euphorisch und sehr engagiert wurden uns die verschiedenen Werkzeuge – mit Anwendung – gezeigt. Wir durften selbst Hand anlegen, die verschiedenen Steine und Mineralien begutachten,  wiegen und schätzen und uns davon überzeugen, wie anstrengend und mühsam es seinerzeit gewesen sein muss, hier Untertage zu arbeiten: Es war dunkel, eng, niedrig, und mit dauerhaften 7 Grad C nicht gerade sehr warm. Dass hier auch Kinder arbeiten mussten, verwunderte niemanden wirklich…

Einige Stollenteile standen unter Wasser, damals wie heute, und während heute z.B. elektrische Pumpen und elektr. Licht zur Verfügung stehen, musste damals alles „von Hand“ abgeschöpft  und bei dürftigem Kerzenlicht gearbeitet werden. Sehr beeindruckend und sehr informativ, diese Führung !

Was uns ebenfalls beeindruckte – und unseren Respekt verdient – ist das große Engagemenet des Fördervereins, der sich hier unermüdlich und ehrenamtlich dafür einsetzt, dass dieses Bergwerk erhalten bleibt und vor allen Dingen auch Besuchern zugänglich macht. Und die Arbeiten sind noch längst nicht zu Ende – es gibt noch weitere Stollengänge , die freigelegt werden wollen, Stützen müssen angebracht bzw. ausgetauscht werden usw…

Wir waren begeistert, umsomehr, als wir auch noch die Möglichkeit bekamen, durch den „Schneewittchenstollen“ zu gehen, was jedoch nicht jedermanns Sache ist… Wundert es Euch, dass wir einen lauten „Heiho, Heiho-Gesang“ anstimmten und so  durch den Schneewittchenstollen zogen…? ;-). Außerdem freuten sich hier natürlich die Gruppenteilnehmer mit etwas geringerer Körpergröße, hier trumpften sie auf, brauchten sie sich doch -fast- nicht zu bücken ;-)… Ein lustiger Ausflug, wie Ihr richtig bemerkt – und so sollte es ja auch sein :-).

Nach der Stollenführung ging es zurück ins Besucherzentrum, wo wir – ebenfalls unter fachkundiger Begleitung und Erklärung – uns die Exponate im Museum anschauten und anschließend einen Film ansahen, in welchem wir anschaulich weitere Hintergrundinformationen erhielten. Auch die Personen, die nicht mit in den Stollen konnten, hatten  nun die Möglichkeit, die Führung quasi auf dem Film mitzuerleben. Sehr schön und wirklich empfehlenswert, dieses Besucherbergwerk ! Ein rundum gelungenes Konzept, das in Zukunft noch weiter ausgebaut werden soll…

Nach soviel interessanten Einblicken in die Welt der Bergbaus war es nun eindeutig Zeit für eine Pause, wir nahmen einen Snack in Form eines „Rammel Fleischwurst“ mit Brötchen und Schnaps.

Doch damit nicht genug, denn DRAUßEN wartete noch ein ca. 1,7 km langer Bergbau-Wanderrundweg  auf uns, der vorbei an verschiedenen Gruben geht und für den diverse Bodendenkmäler ausgegraben und detailgenau wieder aufgebaut wurden.

Schön und gut – aber der Blick nach draußen war nicht gerade motivierend:  Strömender Regen, gemischt mit der einen oder anderen Schneeflocke ! Kein Wunder also, dass nur eine Handvoll Leute neugierig genug war, um sich zusammen mit dem fachkundigen Begleiter auf den Weg zu machen. Der Schirm half nur wenig, aber egal, wir sind ja hier, um etwas zu sehen… Und das taten wir, wir haben keinen Meter bereut ! Trotz strömenden Regens und schlammigen Wegen genossen wir – sozusagen „pudelnass“ die vielen Informationen, die wir nun rund um den Bergbau in dieser Gegend erhielten: Die Köhlerhütte samt Kohlenmeiler,  in dem die für die Verhüttung der gewonnenen Steine und Metalle notwendige Kohle hergestellt wurde, der Rennofen, der Eingang zu einem Stollen, der jedoch leider nicht zur erhofften Ader führte, „Zeiger-Pflanzen“ wie den Ilex, der auf einen eisenhaltigen Boden deutet.

Nass, dafür aber um einige Erkenntnisse reicher,  kehrten wir zum Besucherzentrum zurück und nach einem Schnäpschen zur Aufwärmung stiegen alle wieder in den Bus, um nach Siegburg weiterzufahren.

(Anmerkung: Veröffentlichung der Fotos mit freundlicher Genehmigung des Fördervereins der Grube Silberhardt).

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Siegburg: Hier war nun  einfach „Bummeln“ und „Genießen“ angesagt. Der Markt ist weihnachtlich beleuchtet, bei unserer Ankunft zeigten gerade Jongleure in „Mittelalter-Manier“ auf der Bühne ihr Können, mal mit brennenden Fackeln, mal mit Bechern, auf jeden Fall gelang es ihnen, die Besucher in ihren Bann zu ziehen. Toll! Immer wieder gab es hier Darbietungen und „Action“, sodass wir zwischendurch immer wieder den Bühnenbereich aufsuchten.

Das Wetter ist inzwischen auch besser geworden – trocken sozusagen. Die Kälte macht uns nichts, bei ca. 3-4 Grad schmecken Glühwein und heißer Met ohnhin viel besser als bei 10 Grad plus, oder? ;-). Es gab also viel zu schauen, zu probieren, egal ob Flammlachs oder „Bauchvoll“ mit Falafelbällchen usw., Schmuck, Korb-/Lederwaren, es war einfach herrlich. Je dunkler es wurde, umso stimmungsvoller und beschaulicher wurde es – viele viele Kerzen, gemischt mit dezentem elektr. Licht, sorgten für das passende  Ambiente.

Da auch die Geschäfte am heutigen Samstag bis 18 h geöffnet haben, lag es nahe, zwischendurch den einen oder anderen Abstecher in das eine oder andere Geschäft zu machen, etwas zu stöbern, sich etwas aufzuwärmen. Wie gut, dass man hier auch noch schnell eine lange Leggins kaufen und anziehen kann, da ist es doch gleich etwas wärmer ;-). Zwischendurch mal in eines der vielen Cafés vor Ort – leckeren Cappucchino und Kaffee…

…Und irgendwann traf „man“ sich dann im Brauhaus, wo wir unseren Aufenthalt in Siegburg ausklingen ließen.

Der Bus „sammelte“ uns wie vereinbart, um 20 h wieder ein und so fuhren wir nach fünf Stunden Aufenthalt wieder nach Hause.

Ein wunderschöner und kurzweiliger Ausflug – es wäre schön,  auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam unterwegs zu sein ! Schön war’s !

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