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[Aroniabeere] Teil 1 – Erste Ernte und: Entsaften – (m)eine Anleitung und Erfahrung

Aroniabeeren sind gesund – und lecker. Meine Ernte imAugust kann sich sehen lassen: 1,6 kg schwarze, reife Aroniabeeren! Was  macht man damit? Ich habe daraus Saft gemacht und den Trester anschließend im Backofen getrocknet, um daraus Tee (Aufguss) zuzubereiten…  Und zwar so:

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Anleitung in Kurzform für das Entsaften der Aroniabeeren:

  • Ernten: Reife, schwarze Beeren pflücken, waschen.
  • Entsaften Dampfentsafter / Kochtopf: – Entweder (mit den kleinen Stielen) im Dampfentsafter oder im Kochtopf (Beeren mit wenig Wasser kurz aufkochen, einige Minuten leicht köcheln lassen, bis die Beeren weich sind, dann die Beeren durch ein Mull- oder Handtuch auspressen – Denkt daran: das Tuch wird später ROT sein ;-). Den Saft heiß direkt in sterilisierte Flaschen oder Gläser abfüllen, beschriften, fertig.

Vorteil beides: Die Beeren müssen nicht von den Stielen befreit werden, Saft kann direkt nach dem Entsaften (Dampfentsafter) abgefüllt werden = haltbar !

Nachteil Kochtopf:   Beim Entsaften im Kochtopf fällt das Auspressen der heißen Masse schwer, daher sollte man die Masse in ein Tuch geben und einige Stunden (über Nacht) über eine Schüssel hängen, damit der Saft abtropfen kann. Dann auspressen, den Saft erhitzen (nicht kochen), abfüllen.

Nachteil Dampfentsafter UND Kochtopf: Einige Inhaltsstoffe gehen beim Kochen bzw. Dämpfen und langen Erhitzen verloren.

  • Im Kaltentsafter (bei mir Zentrifugalentsafter): Beeren von den Stielen lösen, durch den Entsafter „schicken“. Schaum abschöpfen. Saft in einem Topf auf mind. 80° erhitzen (nicht kochen), ca. 5-10 Minuten bei dieser Temperatur halten, dann in sterilisierte Flaschen oder Gläser abfüllen, beschriften, fertig.

        Vorteil: Vitamine und Inhaltsstoffe bleiben besser erhalten.

        Nachteile:

1. Die Beeren müssen von den Stielen befreit werden (geht aber schnell und einfach)

2.  Kalt-Entsafter neigen zum Spritzen (Achtung: rot!).

3. Außerdem muss der Saft vor dem Abfüllen erhitzt werden (um Keime abzutöten und ein Gären zu    verhindern).

Fazit: Das  Entsaften der überaus gesunden Aroniabeeren lohnt sich auf jeden Fall, da die Saftausbeute bei ca. 80% liegt ! Außerdem kann man diese Ausbeute noch erhöhen, indem man die Beeren vor dem Entsaften einfriert.

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Wer nun an (m)einer ausführlichen Anleitung bzw. meiner Erfahrung beim Kalt-Entsaften interessiert ist, liest einfach weiter – aber Achtung – lang ! ;-). Außerdem habe ich den Trester getrocknet, um später Aroniabeeren-Tee zuzubereiten. Aber lest selbst:

Im April vergangenen Jahres (2015) hatten wir diese Jungpflanze der Aroniabeere (Aronia melanocarpa), (auch „Schwarze oder schwarzfruchtige Apfelbeere„) gekauft und gesetzt.

Aronia Schwarzfruchtige Apfelbeere Col

Sie ist gut angegangen und fühlt sich in der Ecke zwischen den Himbeeren offensichtlich wohl, wie sie uns bereits im Herbst 2015 mit ihrer leuchtend bunten Laubpracht zeigte:

Aroniabeere, schwarze oder schwarzfruchtige Apfelbeere, Herbstfärbung

Nur ein gutes Jahr später, nämlich Anfang August 2016, durfte ich die ersten Beeren ernten – 1,6 kg ! Die Zweige hingen ob der schweren Fruchtlast bereits zu Boden (nächstes Jahr unbedingt stützen!).Aroniabeeren Apfelbeeren, Strauch voll mit schwarzen, reifen BeerenErnte: Also ran an die reifen, schwarzen Beeren:

Aroniabeere, Schwarze Apfelbeere, Ernte, Frucht, Aug. 2016

Übriges: Naschen erlaubt ! Die schwarzen Beeren schmecken auch frisch vom Strauch – sie sind etwas säuerlich, bitter, dabei fruchtig, lecker !  … Und natürlich sind sie frisch am Gesündesten und enthalten am meisten wertvolle Inhaltstoffe.

Nun geht es ans Entsaften – ich überlegte, wie man diesen Beeren am einfachsten und dabei schonensten den wertvollen Saft entlocken kann … Und entschied mich für die Kaltentsaftung mit meinem Entsafter (Zentrifugal), da erstens die Menge von 1,6 kg nun doch nicht sooo groß war, um einen Dampfentsafter zu füllen und die Entsaftung im Kochtopf auf dem Herd nicht schonend genug war – immerhin gehen durch das Kochen doch wertvolle Inhaltsstoffe verloren… Außerdem wollte ich mir das „Auspressen im Handtuch“ ersparen, denn der Saft der Aroniabeeren ist rot und färbt quasi alles ein 😉 – nicht umsonst wurde er bereits im Mittelalter zum Färben verwendet.

Also kurz und gut: Ich befreite die Beeren von den Stielen und gab sie in den Kaltentsafter :

Aroniabeere, Schwarze Apfelbeere, entsaften, Kaltentsafter, Zentrifugal, Aug. 2016

Prima, alles in einem Durchgang, die Größe des Tresterbehälter reichte aus.

Übrigens: Der Trester ist wirklich erstaunlich trocken – die Saftausbeute der Aroniabeeren liegt bei ca. 80%, das ist wirklich viel !

Schaum: Beim Zentrifugal-Entsaften entsteht natürlich etwas Schaum, der sich allerdings bei mir nach nur wenigen Minuten Standzeit verfestigte und eine ca. 1 cm-dicke, zusammenhängende Schicht auf der Oberfläche bildete ! Was nun? Das war offensichtlich kein reiner Schaum, das waren u.a. wertvolle Inhaltsstoffe, die ich nicht so einfach „aufgeben“ und wegschütten wollte !Also schöpfte ich diese Schicht ab und erhitze etwas davon in einem Topf, um zu sehen, ob sie sich beim Erhitzen verflüssigt – und somit im Saft verbleiben hätte können… Nein, den Gefallen tat sie mir aber nicht, der „Schaum“ löste sich NICHT auf. Geschmacklich war es sehr pelzig… also zielführend zu einem pelzarmen Saftgeschmack schöpfte ich nun die gesamte obere Schicht ab und beschloss, den eigentlichen Aroniabeeren-Saft durch ein Sieb abzugießen, damit sich die – zugegeben wenigen –  Reste des „Schaums“ im Sieb sammeln. Erfolg: mäßig. Also Versuch durch einen Kaffeefilter: unmöglich, da der Saft die Filter-Poren quasi direkt verschließt. Immerhin habe ich die grobe Schicht ja bereits entfernt, sodass der Saft schon ziemlich klar ist.

Fazit Schaum: Will man den Saftgeschmack „entpelzen“, entfernt man den Schaum möglichst gründlich, das geht am einfachsten, wenn man einfach nach dem Entsaften 5-10 Minuten wartet, dann kann man ihn von der Oberfläche abschöpfen. Was Ihr damit dann macht, bleibt Euch überlassen ;-). (Nächstes Jahr werde ich testen, was passiert, wenn ich den Schaum NICHT entferne… oder hat jemand Erfahrung damit? Bitte gerne in die Kommentare, danke :-)).

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Währenddessen sterilisierte ich schon mal die Flaschen – im Backofen bei 120°C mind. 10 Minuten).

Flaschen bzw. Gläser sterilisieren Backofen

Die Mutigen unter Euch dürfen sich nun gerne einmal vorstellen, wie es zu diesem Zeitpunkt in meiner Küche aussah – wenigstens so ungefääähr… ;-)))) !! (Erwähnte ich bereits, dass Aroniabeeren waahnsinnig färben ?!!? )

Abfüllen:  

Will man den Saft nicht nur direkt verzehren, sondern ihn haltbar machen, kommt man um das Erhitzen nicht herum, entweder bei der Gewinnung des Saftes (dann direkt heiß abfüllen), oder aber spätestens, wenn man kalt gewonnenen Saft haltbar machen will.

Also : Den Saft in einen Topf, auf mind. 80° erhitzen (NICHT kochen lassen, damit die wertvollen Inhaltsstoffe geschont bzw. möglichst erhalten bleiben), dann einige Minuten bei dieser Temperatur halten (ca. 5-10 Minuten), dann heiß in die vorbereiteten Gläser abfüllen und mit einem Deckel verschließen.

…Und natürlich das Beschriften nicht vergessen …

Aroniabeeren Saft, Schware Apfelbeere Saft eigene Herstellung,

Somit müsste der Saft einige Monate haltbar sein… Wenn nicht, ergänze ich es hier…

So, nun habe ich etwas über 1 ltr. reinen Direktsaft – die Saftausbeute liegt – wie bereits erwähnt – bei ca. 80%, was enorm viel ist. Außerdem kann man diese Saftausbeute noch erhöhen, indem man die Beeren vor dem Entsaften einige Tage einfriert (das habe ICH leider dieses Jahr vergessen).

Fazit: Im nächsten Jahr werde ich hoffentlich und sicherlich noch mehr Beeren ernten können, diese werde ich dann jedoch eher im Dampfentsafter entsaften – es ist doch wesentlich einfacher, schneller – und sauberer ;-).

Verwendung: Trinken (pur oder mit Wasser verdünnt), aber auch zum natürlichen Färben von Fruchtspeisen (Joghurt, Quark, etc.), zum Färben von Gebäck, roten Hagelzucker herstellen, etc… . Färben von Stoffen, Kleidung…

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Und da dieser Bericht und diese Anleitung viel zu lang wird, teile ich ihn nun doch auf.

Teil 2 – nämlich die Trocknung des Tresters für Tee (Aufguss) , sowie viele weitere Informationen über die gesunde Aroniabeere, gibt es morgen . Bis dann, es grüßt Euch herzlich, Birthe 🙂

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8 Kommentare zu “[Aroniabeere] Teil 1 – Erste Ernte und: Entsaften – (m)eine Anleitung und Erfahrung

  1. Pingback: Die Ernte läuft an – Tipps und Tricks aus Gartenblogs | Blogspione

  2. Den Schaum bitte immmmer! abschöpfen,egal was für Früchte man verarbeitet,ob es dann zu Gelee verarbeitet wird,oder aber Saft bleiben darf.Ich habe meine Erfahrung mit Holundersaft machen dürfen…..da gingen die Flaschen reihenweise in die Luft.In den Bläschen des Schaumes halten sich Bakterien die fleissig vor sich hin arbeiten.Aber die Idee den Trester zu trocknen und als Tee oder Teebeimischung zu verwenden finde ich genial!!!Ich habe Himbeerblätter-Brombeerblätter-Melissentee Mischungen gemacht,und dazu würde sicher dieser Trester sehr gut passen.Übrigens,sind die Aronia Blätter auch als Tee zu gebrauchen?Liebe Grüße!!

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    • Hallo Helga, danke für Deinen Kommentar bezüglich des Schaumes :-). Stimmt, das Schaumabschöpfen sollte eigentlich selbstverständlich sein. Mich irritierte nur, dass er in Form dieser 1 – 1,5 cm-dicken, geschlossenen Schicht – nicht wie normaler Schaum, auftrat. Deshalb hatte ich überlegt, was ich damit anstelle – der pelzige Geschmack entschied es dann ohnehin ;-).
      Habe eben mal nachgelesen – die Verwendung der Blätter ist wohl nicht so bekannt und verbreitet… Blätter enthalten aber ebenfalls die Farbstoffe und hohe Konzentrationen an Antioxidativen, sodass auch sie für einen Teeaufguss geeignet sind und durchaus eine positive Wirkung auf das Immunsystem (z.B. Erkältungen) haben sollten. Bereits die Indianer verwendeten sie wohl schon für Tee (Aufguss). Hier nachzulesen: http://www.iknews.de/2012/09/07/schatze-der-natur-adieu-mit-der-aronia/
      Somit kannst Du sie auf jeden Fall, wenn Du möchtest, für Deine Teeblattmischung verwenden. Liebe Grüße, Birthe

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      • Liebe Birthe,vielen Dank für den Hinweis,das ist ja wieder mal interessant!Übrigens,da die Aronia Beere vielleicht nicht jedem Leckerschmecker am Tisch gefällt,könnte ich mir eine Gelee Mischung mit den Himbeeren,die ja auch zur Zeit reifen,gut vorstellen,oder auch den Fallbirnen und Äpfeln,derer ich zur Zeit genügend habe.Ich denke zum Backen sind sie zu speziell.Den Saft etwas mit Stärke eingedickt zum aufgeschlagenen Quark aber bestimmt supi!

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        • Liebe Helga, ja, als Mischung bzw. „Zugabe“ stelle ich mir die Aroniabeere auch gut vor. Der Quark erhält jedenfalls eine schöne Farbe und einen fruchtigen Geschmack :-). Ich bin noch am probieren, das war ja nun erst meine erste Ernte. Da ergeben sich in den nächsten Jahren sicherlich noch vielfältige Einsatzmöglichkeiten…
          Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag ! Birthe 🙂

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  3. Beeindruckende Ausbeute. Ich habe meine Aronia 2014 gesetzt und 2015 die erste Ernte gehabt, der Strauch war sogar noch grösser aber die Vögel schneller an den Beeren als ich. Eine popelige Dolde haben sie mir übrig gelassen.
    Wenn ich im Herbst (so er dann ein paar trockene Tage bereithält) meinen Beerengarten ausgedünnt habe, werde ich ein Gerüst für ein Vogelschutznetz vorbereiten müssen wenn ich ernsthaft ernten will in 2017.
    LG Oli

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    • Mich wundert auch, dass die Vögel den Busch offensichtlich nicht entdeckt haben. Ich hatte vermutet, dass ihnen die Beeren nicht schmecken. Vielleicht gibt es aber auch einfach attraktivere Früchte in der Nähe. .. Ich bin froh drum😉. Liebe Grüße, Birthe

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      • Meine Aronia steht inmitten der schwarzen Johannisbeeren und die Blaubeeren sind direkt daneben, aber die roten und weissen Johannisbeeren sind auch nur 5-20m entfernt, das Himbeerspalier auch – insgesamt stehen um die 50 Beerensträucher zur Verfügung.
        Neeee, ihr habt einfach andere Vögel als wir. 🙂 Das MUSS so sein! 😉 Liebe Grüße!

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