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Gemüse im Winter: Lagerung oder durchgehendes Ernten?

Im vergangenen Herbst stellte sich für mich folgende Frage: Soll ich Kohl, Möhren, Sellerie und Porree bzw. Lauch vor dem Winter ernten und lagern? Oder einfach im Beet lassen und nach und nach ernten ? Immerhin gelten Porree, Möhren und Zwiebeln ja allgemein als winterfest, also wollte auch ich es versuchen, denn wir haben keinen wirklich kalten Keller zum Lagern.

Testweise habe ich im Herbst (2015) also einige Möhren, Lauch und Kohlköpfe im Garten NE nicht geerntet, sondern im Beet stehen gelassen, um zu sehen, was passiert: werden sie weiter wachsen, einfach unverändert im Beet verbleiben und unbeschadet überwintern, verfaulen, neu treiben…?

Im Garten NE habe ich im vergangenen Jahr (2015) erstmals Lauch bzw. Porree, Möhren und Kohl angebaut (Bericht HIER und HIER) Wie Ihr vielleicht gelesen habt, fiel der Kohl den Tauben und anderem Ungetier zum Opfer, bis auf einige wenige schöne Kohlköpfe… Der Porree wuchs wunderbar, bildete allerdings recht kurze Köpfe, was allerdings MEINE Schuld war – etwas mehr angehäufelt und die Schäfte wären noch länger gewesen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden, die Lauchstangen, die mir zum Ernten zu dünn und zu klein waren, ließ ich im Beet, ebenso wie einige Möhren. Alles wie gesagt testweise, um auszuprobieren, was passiert und um zu sehen, ob es möglich ist, Porree, Möhren, Kohl und Sellerie im Beet zu lassen, oder ob man sie unbedingt vor dem Winter ernten MUSS…

Erst einmal eine aktuelle Übersicht – so sieht es heute, also Ende Januar 2016, im Gartenbeet NE aus:Garten NE, 27. Januar 2016 a Übersicht 2016-01-27 002

Vorne ist jede Menge Sellerie, der zwar uner der Schneelast der letzten Tage ein wenig zerdrückt ist, aber von innen heraus schön treibt. Überwintern bisher also gelungen… Ernte erfolgt regelmäßig – kleine Stangen und Blätter…

Dann folgen die im Herbst gesäten Zwiebelreihen (gelbe Wintersteckzwiebeln), die bereits eifrig treiben…

Dahinter noch recht viel Lauch bzw. Porreestangen, die mir im Herbst zu dünn und zu klein waren, um zu ernten. Für eine Versuchsreihe also gerade gut genug ;-). Dann folgt der Kohl – Weißkohl und Rotkohl, die ich im Herbst bereits abgeschrieben hatte, ebenfalls gut genug für einen Überwinterungsversuch.

Und wiederum hinter dem Kohl – auf dem Foto nicht wirklich sichtbar, noch einige Möhren und Pastinaken, die ich bewusst in der der Erde belassen habe – ebenfalls zu Testzwecken…

  1. Der Kohl (Weißkohl und Rotkohl) – jetzt definitiv ein Fall für die Biotonne (auf keinen Fall auf den Kompost – jede Menge Ungeziefer!). Schnee, Regen und Nässe haben ihm seit dem Herbst den Rest gegeben – das war nix und Kohl ist wohl insgesamt nicht zum Überwintern im Feld oder auf dem Beet geeignet, oder wie sind Eure Erfahrungen?

Garten NE, 27. Januar 2016 a Kohl 2016-01-27 004

2) Der Porree bzw. Lauch hat sich definitiv weiter entwickelt, ist teilweise sogar gewachsen und hat dickere Schäfte gebildet :-):

Garten NE, 27. Januar 2016 a Lauch Poree 2016-01-27 016

Garten NE, 27. Januar 2016 a Lauch Porree 2016-01-27 021

3) Die Möhren bieten zwar von weitem und auf den ersten Blick kein vielversprechendes Bild – das Grün ist etwas dürftig, aber eindeutig vorhanden, mal mehr, mal weniger… Bei näherem Hinsehen erweist sich die Angst aber als unbegründet, das Grün ist zwar weniger geworden, aber die Möhren selbst sind offensichtlich – dank des milden Wetters im Dezember?- sogar noch etwas gewachsen, auf jeden Fall hat ihnen die Nässe und Kälte der letzten Wochen offensichtlich nichts bzw. nicht viel anhaben können. Was mich ebenso wundert : kein Mausefraß…?!

Garten NE, 27. Januar 2016 a Möhren 2016-01-27 007

Garten NE, 27. Januar 2016 a Möhren 2016-01-27 009

Heute geerntet (nur einige Möhren, die ich u.a. für einen Möhrensalat verwenden werde), die restlichen Möhren bleiben weiter in der Erde – weiterhin testweise…

Garten NE, 27. Januar 2016 a Möhrenernte 2016-01-27 024

Zugegeben: Optisch nicht 1A-Qualität, in den Laden würden sie es nicht schaffen, aber sie sind o.k. wenn man einige Stellen herausschneidet, lecker und absolut BIO :-))). Oder was sagt Ihr dazu …?!

Garten NE, k Möhren, 27. Januar 2016 2016-01-27 051

4) Der Sellerie steht ganz gut da – auch wenn der durch die Schneelast der letzten Tage etwas auseinandergefallen ist. Er  ist grün, treibt aus der Mitte heraus sogar grün aus, und kann Blätterweise beerntet werden…

Garten NE, 27. Januar 2016 a Sellerie 2016-01-27 001

Garten NE, 27. Januar 2016 a Sellerie 2016-01-27 010

5) Die Gelben Wintersteckzwiebeln („Senshyu Yellow), die ich am 11.11.2015 gesetzt habe, treiben bereits eifrig aus und sind teilweise bereits 10 cm hoch…

Garten NE, 27. Januar 2016 a Gelbe Wintersteckzwiebel 2016-01-27 019

So, nun aber zu meiner heutigen Ernte:

Wunderbar große Möhren – natürlich auch kleine Möhren, sowie schöne Lauchstangen. Zugegeben, sie sind optisch nicht 100% – in den Laden würden sie es sicherlich nicht schaffen – aber sie sind „o.k.“, und vor allen Dingen: „Bio“ und absolut genießbar und LECKER ! :-))

Garten NE, 27. Januar 2016 a Ernte Möhren Lauch Porree 2016-01-27 017

Man muss auch mal etwas herausschneiden, aber wie gesagt, sie schmecken lecker . Natürlich sind immer noch einige Möhren im Beet schließlich ich will ja wissen, ob sich die kleinen Möhrchen in der Erde noch weiter entwickeln…

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Fazit bisher: Das Überwintern im Beet hat sich bisher gelohnt – zumindest für Möhren, Lauch und Sellerie. Da wir keinen kühlen Keller oder eine Gartenmiete haben, ist dies für uns eine gute Lösung, um auch im Winter Gemüse zu ernten.

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Welches Gemüse eignet sich sonst noch zum Überwintern im Beet? Grünkohl sicherlich, den werde ich im nächsten Jahr auch anbauen, Feldsalat, usw….?! Mit welchem Gemüse habt Ihr bisher gute Erfahrungen gemacht – schreibt doch  mal in die Kommentarfunktion, ich würde mich freuen.

So, Gartenarbeit für heute erledigt:

Garten NE, 27. Januar 2016 a ernte möhren Lauch Arbeitsmaterial 2016-01-27 049

 

Und zu guter Letzt noch ein paar Farbtupfer aus Garten NE:

Winterlinge:

 

Garten NE, 27. Januar 2016 a winterlinge 2016-01-27 039

 

Garten NE, 27. Januar 2016 a Winterlinge nah 2016-01-27 029

Die Primeln kommen zaghaft…:

Garten NE, 27. Januar 2016 a Primeln 2016-01-27 036

Einen zauberhaften Tag wünsche ich Euch, Birthe 🙂

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14 Kommentare zu “Gemüse im Winter: Lagerung oder durchgehendes Ernten?

  1. Das ist ja toll! Ich hab wenig bis gar keine Erfahrung mit Gemüse und schon gleich gar nicht mit dem Überwintern! Ich finde es aber klasse, wenn man Gemüse aus dem eigenen Garten ernten kann!
    viele Grüße von
    Margit

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  2. Hallo, liebe Birthe,
    sieht doch prima aus!! Dein Lauch ist auch aufgeplatzt, sehe ich! Meiner auch und beim putzen habe ich dann Lauchfliegen entdeckt…also in diesem Jahr werde ich ein Vlies nutzen…jaaaa, der Sellerie – der verträgt was!
    Ich für meinen Teil habe alles herausgeholt und in Sand gelagert (im Lagerkeller) Dann konnte ich alles trockenen Fußes holen und verarbeiten. Ausnahme sind Pastinaken – die lasse ich im Boden!
    Die gelben Steckzwiebeln sind auch bei mir schon ganz gut gewachsen…
    So können wir gespannt sein, was das neue Gartenjahr bringt und welche Experimente wir machen 🙂
    Liebe Grüße
    Sabine

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    • Liebe Sabine,
      mit Lagerkeller ist die Lagerung etwas einfacher – allerdings ist unser Keller eindeutig zu warm. Ich überlege schon, nächsten Winter das Gewächshaus als Lagerort zu nutzen – in großen Kisten lässt sich dort sicherlich auch das eine oder andere lagern. Der Sellerie hat sicherlich nur „überlebt“, da es noch nicht wirklich lange „knackig“ kalt war.
      Der Lauch ist nicht geplatzt – das eine Foto ist etwas undeuetlich, aber es ist nur ein Blatt, das ich heruntergezogen habe und das etwas unglücklich liegt. Allerdings habe ich beim Putzen auch einige -zum Glück sehr wenige – orangefarbenen längliche PUnkte entdeckt (Lauchfliege??). Wann platzt Lauch – bei starkem Frost? Ein Vlies ist sicherlich kein Fehler…
      Viele liebe Grüße, Birthe

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  3. Liebe Birthe,
    danke für deinen experimentierfreudigen Beitrag. Da ich im letzten Jahr leider nur einen Saisonacker hatte kann ich leider nicht auf Erfahrungen mit dem Überwintern zurückgreifen. Deshalb danke ich dir für deine Einblicke. Sie sind für mich in diesem Jahr sehr nützlich.
    Viele Grüße, Jacqueline

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  4. Ich habe natürlich auch schon Rosenkohl überwintert und handliche kleine Portionen geerntet. Mein Favorit ist aber Topinambur, der supergesund ist, dich über den Sommer mit Sichtschutz versorgt und der lecker ist, wenn man ihn richtig zubereitet. Damit meine ich nicht das Totkochen als Diabetikerkartoffel.

    Du findest sogar im Netz viele schöne Rezepte. Eine meiner Lieblingszubereitungen ist z. B. einfaches Anbraten der Scheiben (wie Bratkartoffeln), ein bisschen frischen Ingwer dazu und etwas Honig. Er muss nicht einmal geschält werden, nur gut gebürstet. Auch ein Topinambur-Samtsüppchen mit gerösteten Haselnüssen wäre lecker.

    Auch als Rohkost oder Brotaufstrich (mit Kokosfett) kannst du ihn prima nutzen. Seine probiotischen Wirkstoffe machen ihn gesund (Darmpflege).

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      • „Lecker“ ist wirklich nur eine Frage der Zubereitung. Aber da gibt es Unmengen von tollen Rezepten im Netz. Er ist so wüchsig, das du von nur einer Pflanze schon ein zwei Kilo ernten kannst. Falls du Angst hast, dass er dir den Rasen zuwuchert: wenn du fleissig mit darüber mähst, zieht er sich zurück. Durch seine heilenden Eigenschaften eignet er sich zur Darmsanierung.
        Bin gespannt auf deine nächsten Gartenexperimente! Bei mir wächst leider irgendwie gar nichts. Gemüse bleibt im Keimblattstadium (das ganze Jahr) und selbst dazugekauftes kümmert innerhalb kürzester Zeit. Wir haben sogar schon Erde ausgetauscht oder nur in Töpfen gegärtnert, aber: keine Zuccini, keine Tomaten, nichts… Nur Wurzelgemüse und Erbsen kann man einigermaßen hochbekommen. Wir können uns das nicht erklären… Doch die vielen „Bio“-gasanlagen rundrum?
        Liebe Grüße

        Gabriele

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  5. Meine Erfahrungen decken sich in etwa mit deinen: Kopfkohl ist weit zu empfindlich, um es draussen zu überstehen, Porree bleibt bei uns immer solange draussen, bis der Boden zum ernten zu stark gefroren wäre, wir sind halt zu faul den abzudecken – diese Saison allerdings hat er durch die lange Wärme schon Blüten geschoben, sehr ärgerlich.
    Das Grün vom Knollensellerie wächst und sieht fit aus, erstaunlicherweise wie ich finde, aber ich denke nicht, dass die Knollen vom Durchfrieren profitiert haben. Wir lagern das, was zu empfindlich ist, um draussen zu bleiben in Sandmieten ein. Draussen stehen noch Haferwurzeln, Süßwurzeln, Grünkohl, ein russischer Kohl, Feldsalat (der bei mir immer recht dürftig kommt), Porree (diese Saison in Gräben angebaut und 35cm lange weiße Schäfte erreicht), Pastinaken, ein paar vergessene Karotten, Knollenziest und Winterheckezwiebel – ach ja, und jede Menge Topinambur.
    LG

    Gefällt 1 Person

    • Vom Sellerie ernte ich auch nur die Blätter, die Knollen sind sehr klein – inzwischen bin ich gar nicht mehr sicher ob es nicht sogar einfacher Stangensellerie ist. Dieser Winter war sehr mild, Schnee und „richtigen“ Frost gab es noch nicht wirklich in diesem Winter, sonst hätte der Sellerie wohl nicht überlebt. Süßwurzeln kenne ich -noch- nicht, Grünkohl werde ich auf jeden Fall im nächsten Herbst anbauen. Den Lauch muss ich eindeutig besser anhäufeln – oder besser noch in Gräben anbauen, wie Du ja schreibst, bringt das gute Erfolge :-). Mit Tobinambur kenne ich mich nicht aus, habe es bisher weder angebaut noch gegessen ;-). Ist aber sicherlich einen Versuch wert, soll ja ganz gut schmecken…!? Liebe Grüße, Birthe

      Gefällt 1 Person

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