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[Knoblauch]: Knoblauch setzen, säen, ernten… im Frühjahr, Herbst und Winter…?

Knoblauch anbauen ist denkbar einfach: Die einzelnen Zehen in die Erde stecken, abwarten und irgendwann ernten. Man muss kaum düngen, nicht anhäufeln, nicht gießen… Trotzdem stellen viele Hobbygärtner, die bisher noch keine Erfahrung mit dem Knoblauch-Anbau haben (wie ich !) einige Fragen: Wann SETZT man Knoblauchzehen: Im Frühjahr oder im Herbst? Wann ERNTET man Knoblauch : Im ersten oder im zweiten Jahr? Wenn das Laub halb oder ganz verwelkt ist ? Kann man Knoblauch aus Samen ziehen? Wie lange dauert das? Wann und wie ernte ich die größten Zehen oder Knollen? Kann man Knoblauch aus dem Geschäft zum Setzen verwenden? … Oder lieber speziellen – und teuren – „Setz-Knoblauch“ aus dem Gartencenter? Was muss man noch beachten, Abstand, Standort, Mischkultur, …  Fragen über Fragen. Einige dieser Fragen will ich heute  – und früher oder später auch alle anderen Antworten – beantworten.

Der eigene Anbau läuft… – wie gesagt, ich bin selbst Neuling im Knoblauchanbau, dieses Jahr (2015) habe ich zum ersten Mal geerntet. Hier einige meiner Erfahrungen und Tipps :

Knoblauch Co.

1)Welche Knoblauchzehen verwendet man zum Stecken bzw. Setzen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten- wie meistens ;-):

  • Gekaufte Setz-Knoblauchknollen aus dem Gartencenter, Baumarkt oder sonstigem Geschäft – dies ist wahrscheinlich die sicherste Variante für einen großen Ertrag, da diese Sorten meist erprobt und bewährt sind, man hat einen Sortennamen. Kaufen muss man sie eigentlich nur ein Mal – wenn man sich anschließend die Samen selbst zieht ;-).
  • Gekaufte Knollen vom Markt oder aus dem  Supermarkt –   Dann bitte möglichst Bio-Ware verwenden, möglichst aus Deutschland. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Zehen mit dem hiesigen Klima zurechtkommen. Knoblauchzehen aus warmen Ländern wie Chile, Argentinien, China, selbst Spanien werden sich wahrscheinlich schwertun mit der Klimaumstellung, wenn sie den rauen Winter hier überhaupt überstehen…
  • „Vergessene“, alte Knollen aus der Küche, die man so nicht mehr wirklich zum Kochen verwenden möchte. Nicht falsch verstehen: es dürfen nur einwandfreie Zehen und Knollen verwendet werden, Zehen mit braunen Stellen scheiden aus, sie sind bereits vorgeschädigt und werden keine gute Ernte erbringen ! (Natürlich können diese Knollen u.U. aus z.B. China kommen, da sie ja vorher auf dem Markt oder Supermarkt gekauft wurden, aber bevor ich sie wegwerfe, kann ich sie genauso gut setzen und abwarten, was geschieht…).

2)Vorbereiten der Zehen: Die Knoblauchknollen auseinanderbrechen, die einzelnen Zehen entnehmen, die lose Haut entfernen (das, was mit den Fingern abgeht, KEIN Messer verwenden).

Links der Knoblauch aus der Küche (im Supermarkt gekauft), und Setz-Knoblauch aus dem Gartencenter (rechts)

Links der Knoblauch aus der Küche (im Supermarkt gekauft), und Setz-Knoblauch aus dem Gartencenter (rechts)

Knoblauch zum setzen vorbereiten

3)Wann setzt man Knoblauchzehen? :

Es gibt zwei Möglichkeiten:

a)Herbst: September/Oktober – Die Zehen werden größer, wenn man sie bereits im Herbst steckt.

(Knoblauch ist winterhart)

b)Frühjahr: Februar/März

4)WIE setzt man Knoblauchzehen?:

Einfach die Zehen mit der Hand bzw. den Fingern  in den Boden drücken – mit der Spitze nach oben , noch besser geht es, wenn man mit einem Holzstiel oder einem anderen spitzen Gegenstand ein Loch „vorbohrt“.

Die Zehen ca. 5 cm tief in den vorbereiteten, etwas gelockerten Boden versenken (z.b. mit der Hand bzw. den Fingern in den Boden drücken),  mit der Spitze nach oben, da dort der Keim heraustreibt. Sollte die Zehe aus Versehen falsch herum gesteckt werden, keimt sie im Regelfall auch, aber etwas später, da der Keimling erst von unten nach oben wachsen muss. Am besten eine ca. 4-5 cm-tiefe Rille im Boden ziehen, dann die Zehen einsetzen und mit der Erde bedecken, andrücken, evtl. angießen.

Knoblauch ist recht anspruchlos, sodass er auch mit recht kargem Boden zurechtkommt – evtl. fallen die geernteten Zehen etwas kleiner oder größer aus. Normal vorbereiteter und gedüngter Boden reicht aus.

5) WANN erntet man Knoblauch?:

Herbstanbau: Ca. Juli

Frühjahrsanbau: etwas später, d.h. ca. August

(Anmerkung: Mein Knoblauch (gekauft und „Küchen-Knoblauch), den ich im Februar im Garten NE gesetzt habe, hat Knollen und Samen gebildet. Allerdings hat er nicht laut genug „HIER“ gerufen, als er erntereif war. Somit habe ich nun einige auseinandergefallene Knollen, schmackhafte Zehen, und Samen – ich werde sie weiter anbauen für das kommende Jahr! – siehe unten…)

a)WORAN erkennt man, dass der Knoblauch erntereif ist: wenn das Knoblauchgrün – also die grünen Halme – an den oberen Spitzen zu ca. 1/3 braun/welk werden, müsste die Zehe/Knolle erntereif sein – evtl. eine Pflanze aus dem Boden herausholen, um zu testen, wie groß und wie „weit“ sie ist…

SO sehen Knollen aus, die man zu lange im Boden lässt – das Laub ist komplett verwelkt, dies ist zwar bei Zwiebeln ein Zeichen für den richtigen Erntezeitpunkt,nicht jedoch für Knoblauch! Knoblauch kann in der Regel geerntet werden, wenn das obere Drittel des Laubes braun wird…

Die Knollen sind auseinandergebrochen, die Zehen teilweise etwas klein, aber trotzdem lecker! (gesteckt Februar 2015 Garten NE). Ich werde sie jedoch nicht alle für die Küche verwenden, sondern sie teilen und die Zehen in den nächsten Tagen wieder in die Erde einsetzen, um zu sehen, was passiert… – Bericht folgt…

NACH der Ernte: Die Knoblauchzehen/Knollen trocknen, evtl. in der Sonne oder an einem anderen trockenen Ort. Wer mag (und kann), kann die Knollen an ihren Halmen zu einem Zopf zusammenflechten und aufhängen. Irgendwann lerne ich auch das noch ;-).

Dann kühl und trocken lagern.

ALLGEMEINES:

Der Anbau im Herbst ist wohl erfolgsversprechender als der Anbau im Frühjahr. Ansonsten kann eigentlich nicht viel falsch machen beim Anbau von Knoblauch, wenn man die obigen Grundregeln beachtet. Anbaudauer und Größe der Zehen/Knollen hängt natürlich auch von der angebauten Sorte ab.

Wer unsicher ob des Erntezeitpunktes ist, ob ein- oder zweijährig... : Keine Bange, es ist eigentlich einfach, das weitere Verfahren zu erkennen bzw. zu erkennen, ob der angebaute Knoblauch nach einem oder erst nach zwei Jahren geerntet werden kann:

  • Beginnt das Knoblauchgrün irgendwann im Verlauf des Sommers von oben her zu verwelken, sollte man den Knoblauch im Auge behalten. Ist ca. 1/3 des Grün braun gefärbt, ruhig einmal eine Zehe/Knolle herausholen. Erntet man eine ordentliche Knolle (ähnlich der Ausgangsknolle ;-)), kann geerntet, getrocknet und gelagert bzw. verzehrt werden ! Fertig!
  • Hat man den richtigen Zeitpunkt verpasst und das Laub ist vollkommen vertrocknet bzw. die Zehen sogar bereits neu ausgetrieben (wie bei mir, siehe Bild unten), sollte man am besten die Zehen im Herbst vereinzeln und einsetzen. Im kommenden Jahr gibt es dann sicherlich noch größere Knollen und Zehen !

 Zehen vereinzeln und neu setzen:

Diese Knolle ist bereits auseinandergefallen und die einzelnen Zehen sind sogar bereits neu ausgetrieben. Sie können nun vereinzelt werden:

Knoblauchzehen Wurzeln kürzen vor dem Einsetzen, Oktober 2015

Knoblauchzehen wieder einsetzen: Im Abstand von ca. 10-15 cm setzen, ca. 5 cm tief. Sie sind winterhart. Nun also einfach abwarten, vielleicht anfangs etwas angießen – aber sie sollten nicht schlammig werden. Im Herbst regnet es in der Regel genug, zusätzlich gießen ist daher meist gar nicht nötig. Ansonsten ist nichts mehr zu tun – nicht gießen, nicht düngen, einfach warten, warten – und zwischendurch vielleicht mal Unkraut zupfen.

Wenn sich im nächsten Jahr Blütenknospen bilden, diese evtl. abzwicken, damit die Kraft in die Knollen und nicht in die Blüte geht. Ergibt größere Knollen. Wenn man eigene Samen ernten will, ein bis zwei Pflanzen mit Blüten ausreifen lassen und die getrockneten Blüten entnehmen  (siehe oben).

Das Foto zeigt die vereinzelten Knoblauchzehen zwischen Erdbeerreihen. Das hat einen Grund:

6) Knoblauch und Mischkultur: Knoblauch eignet sich sehr gut zur Mischkultur mit Erdbeeren, Gurken, Möhren, Tomaten, Rote Bete, Rosen, Salat. Er soll sich positiv für die Erdbeeren und deren Ernte  auswirken und sogar gegen Grauschimmel helfen bzw. vorbeugen – wir werden sehen, ich werde nächstes Jahr berichten ;-). Bei Möhren soll er dem Befall von Möhrenfliegen entgegenwirken.

Knoblauch möglichst NICHT zwischen Erbsen, Stangenbohnen, oder Kohlgewächse setzen.

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7) Eine andere Variante ist, den Knoblauch aus Samen zu ziehen – entweder gekaufte oder eigene Samen :

Der Anbau aus Samen dauert auf jeden Fall länger, als wenn man direkt große Zehen in die Erde setzt – logisch, oder? Die Ernte wird hier sicherlich erst in zwei Jahren erfolgen… wir werden sehen, ich bin natürlich neugierig genug, um es auszuprobieren. Die Samen werden einfach in die Erde gesetzt – also gesät, nicht ganz so tief wie die Zehen natürlich – die Samen werden in eine 1-2 cm tiefe Rille gelegt, Abstand ca. 10-12 cm zwischen den einzelnen Samen. Nun einfach angießen und ebenfalls abwarten. Im nächsten Jahr kann man hieraus wohl kleine Zehen ernten, die man dann am besten vereinzelt bzw. teilt und erneut einsetzt, damit sich Knollen bilden können.  Ich habe vor einigen Tagen einige meiner eigenen  Samen eingesät und werde den genauen Verlauf natürlich regelmäßig dokumentieren…

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7)Samen selbst ziehen bzw. sammeln:

Wie oben bereits beschrieben, lässt man einfach 1-2 Knoblauchpflanzen komplett mit Blüten stehen und ausreifen, dann kann man im abgewelkten Zustand die Samen aus den trockenen Blüten entnehmen.

8) Gärtnern mit dem Mond:

Der günstigste Zeitpunkt zum Setzen und säen nach dem Mondkalender ist während der Pflanzzeit, bei abnehmendem Mond, im Zeichen Stier, Jungfrau oder Steinbock (Pflanzengruppe Wurzel). Das bedeutet im Oktober 2015: ca. 10-14. Oktober

Anmerkung: Ich habe nun (Oktober 2015) mein erstes Knoblauchjahr hinter mir und auch wenn ich in diesem Jahr außer den obigen drei – auseinandergefallenen- Knollen keinen Knoblauch geerntet habe (weil ich alles für weitere Tests/Versuchsreihen verbraucht habe), so gehe ich davon aus und hoffe, dass ich im nächsten Jahr eine wahre Knoblauchschwemme haben werde – wenn  alles gut läuft :-). Abwarten – ich werde berichten ;-).

Eines möchte ich klarstellen: Ich und mein Knoblauchanbau befinden sich in der Probephase, alle Ergebnisse beruhen auf allgemein zugänglichen Informationen aus Zeitungen, Zeitschriften, anderen Hobbygärtnern, – und natürlich meinen eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen. Da ich neugierig bin und vieles selbst teste, habe ich manches  umgesetzt und werde es genau im Auge behalten. Ab heute – und im kommenden Jahr – werde ich in diesem „mitwachsenden Post“ bzw. entsprechenden „Knoblauch-Updatings“ – und Fotos berichten- irgendwann, früher oder später, werden alle Fragen beantwortet sein, wetten?

Ausprobieren möchte ich noch, was passiert, wenn man die Zehen aus der auseinandergefallenen Knolle nicht vereinzelt, sondern wirklich „einfach so“ im Boden lässt… Man sollte meinen, dass sie zu dicht sitzen, um ordentliche Knollen zu bilden, oder?

Sicherlich sind unter Euch bereits Knoblauch-erfahrene Hobbygärtner – welche Erfahrungen habt Ihr gemacht bezüglich Anbau, Pflege? Einjährig oder zweijährig… Braucht Knoblauch z.B. Dünger? Spezielle Pflege während des Wachstums? Könnt Ihr noch etwas sagen zur Anbauzeit, -Länge, Ernte? Habt Ihr Tipps?

Es grüßt herzlich aus dem Beet, Birthe

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6 Kommentare zu “[Knoblauch]: Knoblauch setzen, säen, ernten… im Frühjahr, Herbst und Winter…?

  1. Ich versuche es dieses Jahr mal mit dem Herbstanbau…Oktober soll wirklich die beste Zeit sein. Von einem Fachmann hab ich ein Knoblauchbuch…da stehen ganz viele Tipps zum Anbau drin. Vielleicht schaffe ich es noch mal, das Buch vorzustellen. Der Knoblauch braucht nur ein sehr gut vorbereitetes Beet und später dann keinen Dünger mehr und möglichst nicht viel gießen. Beim Stecken geht er auch nach dem Mondkalender….
    Liebe Grüße, Sigrun

    Gefällt 1 Person

    • Einfach ausprobieren – es ist wirklich einfach, einfach die Zehen in den Boden stecken und abwarten. Ist etwas umständlich beschrieben, aber im Grunde super einfach :-). Ist kein großer Aufwand – nur Geduld benötigt man.
      Herzliche Grüße, Birthe

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