Diverses/Kräuter/Sonstiges

(Kräuter-Liesel) – Veranstaltung vom 16. Sept. 2014, Buchvorstellung

Heute ist es mir ein echtes Bedürfnis, von meinem Besuch auf der „Buchvorstellung“ am vergangenen Dienstag zu berichten. Immerhin geht es um Kräuter, und die Bücher von Liesel Malm haben es in sich, genau wie die Dame selbst. Aber eines nach dem anderen:

Ich muss dazu sagen, dass ich inzwischen ein echter Fan der „Kräuter-Liesel“, wie Frau Liesel Malm genannt wird, geworden bin. Das wird man aber sicherlich gleich auch noch an meiner Berichterstattung merken ;-).

Zur Autorin:  Liesel Malm wohnt im Westerwald, ist über 80 und hat(te) in ihrem Kräutergarten rund 1.000 verschiedene Kräuter. Wie es dazu kam? Vor rund 30 Jahren wurde bei ihr ein Krebsleiden diagnostiziert. Sie wollte gesund werden – keine Frage – recherchierte und beschloss, ihre Ernährung und Lebensweise auf gesunde Vollwertkost umzustellen. Sie beschäftigte sich intensiv mit dieser Thematik – eines ihrer ersten Bücher war ein Buch von Barbara Rütting, es folgten Bücher von Hildegard von Bingen, über Homöopathie, usw. .- inzwischen rund 1.000 Bücher). Nun muss man bedenken, dass  vor knapp 30 Jahren das Angebot an Kräutern und Vollwertprodukten recht begrenzt und es somit oft sehr schwierig war, entsprechende Kräuter oder Produkte zu besorgen. Daher dauerte es nicht lange, bis Liesel Malm sich ihre eigenen Kräuter zog, mit ca. 36 begann sie, inzwischen sind es über 600 auf ca. 2.000 qm. Leider hatte sie vor rund einem Jahr einen Unfall, stürzte und brach sich einige Knochen. Seitdem kann sie ihren Garten leider nicht mehr bewirtschaften, inzwischen wohnt sie bei ihrer Tochter (wo sie inzwischen auch schon fast 100 Pflanzen im Garten hat 😉 ). Damit ihre Erfahrungen nicht verloren- und vergessen gehen, hat sie angefangen, Bücher zu schreiben, angeregt durch ihre Tochter und Enkel. Das Ergebnis: inzwischen liegt ihr drittes Buch vor („Mein Wildkräuter-Führer“), und auf das vierte Buch werden wir auch nicht lange warten müssen.

Nun war also am Dienstag eine „Buchvorstellung“ mit Frau Liesel Malm bei uns in der Nähe und so stand für mich fest, dass ich dorthin will. Ihre drei Bücher habe ich natürlich alle und so wollte ich nun mehr über sie und über Kräuter allgemein und im besonderen erfahren. Immerhin verfügt sie über ein enormes Wissen, Erfahrung – sie hat in der Vergangenheit viele Kräuterführungen durchgeführt. Und ich wurde nicht enttäuscht:

Zum Glück war ich früh genug, denn die Stadthalle in WEsterburg füllte sich immer mehr, immer mehr Stühle wurden herbeigeholt, bis die Zuhörer schließlich sogar an der Seite saßen. Toll, zeigt es doch auch das große Interesse unter der Bevölkerung, sich mit (Wild-)Kräutern zu beschäftigen. Und für Frau Malm ist es natürlich auch angenehmer, vor einem „vollen Haus“ zu erzählen. Begleitet von ihrer Tochter erzählte sie uns nun also ein wenig über ihre persönliche Geschichte (siehe oben) und da man aus einem Sachbuch natürlich schlecht vorlesen kann, erzählte sie uns etwas über diverse Kräuter – ich hörte gespannt zu, notierte eifrig und war gebannt von der fachkundigen „Kräuter-Liesel“. So erzählte sie z.B., dass sie seit Jahren ihr Brot nur mit selbstgemahlenem Dinkel backt, ebenso Brötchen und Kuchen. Sie schwört auf Dinkel als das gesundeste aller Getreidearten.

Hier mal einige grobe Informationen, die ich mir sonst noch gemerkt habe – die natürlich ausführlich in ihren Büchern nachzulesen sind :

– das Brot/Brötchen usw. backt sie also am liebsten mit Dinkel, lediglich dem Sauerteig wird beim 1. Vermehren Roggen beigefügt, da er leichter säuert (siehe erstes Buch).

– Griechisches Eisenkraut ist gut gegen Vergesslichkeit (1 Kanne Tee/Tag)

– Weißdorntee ist im Alter allgemein gut (Blutdruck usw.)

– Moosbeere – auch „Cranberry“ genannt, ist extrem sauer, aber sehr gesund. Frau Malm empfiehlt den Muttersaft, der aber gleichzeitig auch extrem bitter ist (sie mischt 6 Fl. Muttersaft mit 2 Fl. Möhren- oder Rote-Bete-Most). Ein 3/4-Glas Muttersaft mit Most (vergorener Saft) auffüllen, täglich 1 Glas trinken. Muttersaft tötet Parasiten.

– Milch: Nur rechtsdrehende Milchsäure ist „gut“, erkennt man am L+, nur wo L+ oder rechtsdrehend drauf steht, ist auch rechtsdrehend drin ;-).

–  Frau Malm schwört auf milchsauer vergorenes Gemüse (fast alles kann roh eingelegt werden, außer Bohnen, die vorher ca. 10 Min. gekocht werden müssen).

– Benektinendistel

– Bärlappkraut – Lycopodium (leicht giftig) ist krampflösend (z.B. in einem Kissen eingenäht, kann es bei Kopfweh und Krämpfen helfen)

Lycopodium-Pulver sehr gut bei Neurodermitis, offenen Beinen, …

– Beinwell: enthält Vitamin B12, wichtig für Vegetarier, 2-3 Blätter am Tag essen (aus der Mitte des Busches), z.B. über Salat.

Aus der Beinwell-Wurzel kann man eine Tinktur herstellen (nur für äußerliche Anwendung!), zum EInreiben, für Umschläge

– Sanddorn und Wildhirse enthalten ebenfalls das -nicht nur, aber besonders –  für Vegetarier wichtige Vitamin B12

– braune Wildhirse ist ungeschält, da sie zu klein ist, man erhält sie gemahlen.

– Rezept für eine Vitaminbombe: 1-2 TL schwarzer Zuckerrohr (nicht Melasse!), plus 2 geh. EL Wildhirse, plus 2 Messbecher Dolomit-Gesteinsmehl in 1/2 Glas Wasser auflösen, trinken.

– Cistose – hilfreich bei Neurodermitis, Hautalterung, Halsentzündung. Es gibt Cistussalbe, Cistuscreme, die Pflanze selbst geht im Winter bei uns (bzw. bei der Kräuter-Liesel 😉  ein, egal ob drinnen oder draußen, ggf. jedes Jahr neu pflanzen.

– Malven sollten kalt ausgezogen werden, da die Blüten sehr empfindlich sind. Sud nur erwärmen, nicht erhitzen! Bronchial…

– Brennesseln: nur die weiblichen Nesseln sind „gut“, die „Männer taugen nichts“ ;-). WEibliche Brennesselsamen sind gut für die Augen. Samen müssen richtig dunkel sein, dann auf ein Sieb (Küchentuch) geben, trocknen, dann TL-weise essen, z.B. in Salat, über Müsli, hinterher trinken. 2 EL täglich für gute Augen .

– Frische Stevia-Blätter (3x soviel wie getrocknte Blätter), 10 cm über dem Boden abschneiden, trocknen, rebeln, 1 Prise pro Kanne Tee. Vorsicht beim Dosieren, zuviel schmeckt nicht mehr.

Man sieht, dieser Abend war sehr informativ, zumal dies nur Ausschnitte aus ihrem Vortrag ist. Wir, die Zuhörer, durften natürlich jederzeit Fragen stellen, was auch ausgiebig genutzt wurde, es wurde diskutiert, erzählt, gelacht. Der Abend ging viel zu schnell vorbei, ich hätte noch stundenlang zuhören können. Ein wirklich breichernder, informativer und schöner Abend.

Auf jeden Fall bin ich jetzt wieder hochmotiviert, mich mit meinen Kräutern zu beschäftigen, mit Vollwertkost und gesunder Ernährung.

Meine Stevia-Pflanze werde ich in den nächsten Tagen abschneiden und trocknen, ich süße schon seit einiger Zeit meinen Tee/Kaffee mit Stevia-Süßstoff (hat ja schon einen eigenen Geschmack… – ist aber dafür extrem kalorienarm).

Hier noch einmal die im Basssermann-Verlag erschienen  Bücher von Frau Liesel Malm – der „Kräuter-Liesel“, die ich auf meinem Buch-Blog bereits rezensiert habe:

Die Kraeuter-Liesel von Liesel MalmWildkräuter Malm klein_xlliesel malm klein _xl

 

Es grüßt herzlich,

Birthe

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2 Kommentare zu “(Kräuter-Liesel) – Veranstaltung vom 16. Sept. 2014, Buchvorstellung

  1. Liesel Malm wohnt(e) nur zwei Ortschaften entfernt von uns. Diese Frau kennt sich wirklich aus und weiß, wovon sie spricht und schreibt. Sehr sympathisch und mit einem unerschöpflichen Wissen, von dem sie einen Teil in ihren Büchern festhält… Toll! Liebe Grüße, Birthe

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  2. Hi Birthe,
    danke für die Buchtipps. Liesel Malm kannte ich noch nicht. Dabei komme ich eigentlich grob gesagt auch aus dem Westerwald. 😉 (Die Welt ist klein.) Manches wusste ich schon, einiges ist mir neu von dem, was Du von ihren Ausführung berichtest. Ich google die Dame bzw. die Bücher dann mal.

    Viele Grüße,
    Doris

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