Garten Allgemein/Getränke/Konservieren/Einkochen/Einmachen/Gelee/Marmelade/Laktosefrei/Rezepte/Tests/Vegan/Vegetarisch

[Test] Obst/Früchte mit dem Passiersieb („Fleissiges Lieschen“) passieren oder mit Tuch auspressen ?

Seit mindestens 2 Jahren überlege ich, ob ich mir ein Passiersieb, im allgemeinen Sprachgebrauch „Flotte Lotte“ bzw. „Fleißiges Lieschen“ genannt, zulegen soll. Vergangene Woche war es soweit: ich habe mir ein Passiersieb gekauft und will nachstehend von meinem ersten Versuch – und Vergleich berichten:

1) Das ist sie nun – zugegeben, es ist kein original „Fleißiges Lieschen“ oder „Flotte Lotte“ (von GEFU) –  sondern eine andere Marke, eigentlich sogar nur ein einfaches Sieb mit einem Passier-Einsatz, das jedoch wohl den gleichen Zweck erfüllen und somit für meine Zwecke vollkommen ausreichen sollte:

Passiersieb

Passiersieb

Im Grunde ist es einfach ein recht feinmaschiges  Edelstahlsieb, das mit einem Einsatz versehen ist, der die darin enthaltenen Früchte, Gemüse, etc ., durch das Sieb hindurchdrückt – die größeren Teile bleiben im Sieb zurück, der Saft und Brei geht hindurch…

2) Bei mir ist sollte es Himbeersaft geben (für Himbeersirup). Also hatte ich die Himbeeren über Nacht mit ewas Zucker und Wasser in einem Topf ziehen lassen und wollte nun die Himbeerkörner herausfiltern, um reinen Saft zu erhalten.

Dazu setzte ich also zunächst das Sieb samt Einsatz auf eine Schüssel – gut gefallen haben mir hierbei die Aufsetzhaken, so dass das Sieb wirklich stabil auf meiner Schüssel aufliegt.

Passiersieb

Passiersieb

Dann kamen die bereits vorher zerdrückten Himbeeren hinein:

Passiersieb mit Himbeeren

Passiersieb mit Himbeeren

Und dann hieß es: kurbeln, kurbeln, kurbeln. Das geht problemlos und einfach… Nicht zu schnell, eher etwas langsamer, und dabei immer wieder darauf achten, dass kein Fruchtgt über den Siebrand fällt. Immerhin konnte man wirklich gut erkennen, wie die Masse nach und nach immer trockener und die Schüssel unter dem Sieb immer voller mit Saft wurde.  Das Sieb ist, wie gesagt, recht feinmaschig, sodass der Saft also tatsächlich ohne Stückchen oder Kerne blieb.

Passiersieb

Passiersieb, kurz vor Beendigung des Himbeer-Passier-Vorgangs

Als zu erkennen war, dass ich nun rühren und rühren könnte, ohne dass sich noch etwas verändert, beendete ich das Passieren – immerhin hatte ich 700 ml schönen, fast klaren Saft mit dem Passiersieb gewinnen können . Nun holte ich also die Himbeerreste aus dem Sieb und warf sie weg – NEIN, natürlich warf ich sie nicht weg!,

sondern ich gab den Rest in ein sauberes Geschirrhandtuch. Schließlich wollte ich doch sehen, wie gut und gründlich so ein Passiersieb arbeitet und ob sich meine Investition gelohnt hat – ob ich das Gerät zukünftig auch gerne verwenden werde…

Man konnte bereits erkennen, dass hier noch Saft aus dem Handtuch herauslaufen wollte.

Himbeeren auspressen mit einem sauberen Handtuch

Himbeeren auspressen mit einem sauberen Handtuch

Als ich die Himbeeren fertig ausgedrückt hatte, goss ich den Saft in einen separaten Messbecher, zu sehen, wieviel Saft ich noch zusätzlich zum Passiersieb gewinnen konnte: – Zusätzlich zu den bereits mit dem Passiersieb gewonnenen 700 ml reinen Himbeersaft konnte ich per Hand noch eitere 150 ml aus den Himbeeren herauspressen!

Vergleich Saftmenge Passiersieb/auspressen mit Hand/Tuch

Vergleich Saftmenge Passiersieb/auspressen mit Hand/Tuch

Wie man recht gut erkennen kann, ist der Saft recht klar und frei von Stückchen – sowohl beim Sieb als auch beim Handtuch…

Die kläglichen und doch sehr trockenen HImbeerreste sahen dann so aus:

Ausgedrückte Himbeeren

Ausgedrückte Himbeeren

 

So, nun hatte ich also immerhin 850 ml Saft, ein schmutziges Handtuch und eine schmutzige Flotte Lotte bzw. ein schmutziges Passiersieb und nun ging es zur Reinigung, die sich bei beiden Entsaftungs-/Passiermethoden als recht einfach erweist:

Den Inhalt des Handtuches entsorgte ich, das Handtuch wusch ich mit der Hand aus, gab es dann in die Warteschleife für die Waschmaschine..

Das Passiersieb baute ich auseinander, bzw. dies ging wirklich genial einfach: einfach den Einsatz herausheben (er ist nur am Rand fixiert), dann das Holzrad abnehmen, unter fließendem Wasser abspülen bzw. mit einer Bürste durch das Sieb fahren. Das war’s schon – man kann wohl die beiden Teile auch in die Spülmaschine geben (ausgenommen das Holzrad, da es aufquellen würde), aber mit der Hand spült es sich sicherlich gründlicher, einfacher und schneller ;-).

Was mir an „meinem“ Sieb gut ebenfalls sehr gut gefällt ist, dass ich es außerhalb der Garten-Einmach-Früchte-Saison, also einfach die meiste Zeit des Jahres sehr gut als „normales“ Sieb verwenden kann – es ist hochwertig, groß, und passt wunderbar in meine Siebsammlung ;-). Der Einsatz darf im Keller in einem Extraschrank überwintern bzw. auf seinen Einsatz warten…

Passiersieb (Flotte Lotte-ähnlich) auseinandergebaut in Einzelteile

Passiersieb (Flotte Lotte-ähnlich) auseinandergebaut in Einzelteile

Fazit:

Ich werde das fleißige Lieschen  – nein, das darf ich wohl nicht sagen, also: ich werde das Passiersieb sicherlich noch öfter verwenden, allerdings nur, wenn ich genügend Früchte habe.

Es gibt sicherlich Leute, denen das Ausdrücken mit Hand nicht liegt, einige sind sogar der Meinung, man solle Früchte gar nicht auspressen, der Saft würde dann trüb – dies muss ohnehin jeder für sich selbst entscheiden. Ich werde weiterhin für größere Mengen den Entsafter verwenden, für kleinere Mengen jedoch bleibt die Wahl weiterhin : Passiersieb oder Handtuch – beides gut, aber nichts ist eben so ergiebig wie das Auspressen von Obst/Gemüse oder sonstigem im Tuch… Ich hatte es mir ja schon fast gedacht – genau dies war der Grund, warum ich so lange mit dem Kauf zögerte. Ehrlich gesagt, gerne hätte ich es mir irgendwo ausgeliehen, um es zu probieren, denn allzuoft wird dieses Gerät – zumindest bei mir – wohl nicht zum Einsatz kommen.

Aber dennoch hat es mich nicht enttäuscht – ich kann nun nachvollziehen, warum es insgesamt sehr beliebt ist: es ist handlich, benötigt keinen Strom, erfüllt seinen Zweck immerhin recht ordentlich und ist somit für Entsaften, pürieren (Babynahrung) und ähnliches ganz gut zu gebrauchen.

Ich habe gesehen, dass es andere Modell gibt, die sogar verschiedene Einsätze haben, z.B. für Tomatenpüree, Kartoffelpüree, sogar Spätzle… (Anmerkung: dies ist aber dann die „Flotte Lotte“ 😉 ).

Ergänzung 10.Juli: Die liebe Alexia von „Landkräuter“ hat mich mit ihrem lieben Kommentar zum Glück darauf aufmerksam gemacht, dass es sich gar nicht um die „Flotte Lotte“ (Original von Gefu“ handelt, sondern wenn schon, dann um das „Fleißige Lieschen“ von Gefu. Nun habe ich natürlich ein Problem: habe ich einen Fehlkauf getätigt? ;-). Ich wollte eigentlich ein Passiergerät à la „Flotte Lotte“ kaufen und damit arbeiten, nun habe ich „nur“ das Sieb zum Saft gewinnen… ;-).  Das kommt davon, wenn man sich nicht ausreichend vorher informiert ;-). Ich meine, ich bin damit recht zufrieden, aber nun noch ein Passiergerät dazu in den Schrank…?!

Was meint Ihr : lohnt es sich, ein Passiergerät anzuschaffen? Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht bzw. verwendet Ihr es oft und gerne? Bisher verwende ich Pürierstab, Mixer, Entsafter, Passiersieb – ist ein zusätzliches Passiergerät wie die Flotte Lotte eine sinnvolle, vielleicht schnellere Ergänzung?

 

Welche Methode verwendet Ihr für Saft/Pürieren/Passieren? „Flotte Lotte“ – also Passiersieb, oder eher Handdtuch? Oder eher ganz etwas anderes? Ich bin sehr gespannt auf Eure Kommentare…! 🙂

Es grüßt herzlich aus der Testküche, ich hoffe, ich habe Euch nun nicht zu sehr verwirrt – Passiersieb – Passiergerät, Flotte Lotte – Fleißiges Lieschen… 😉

Birthe

Advertisements

11 Kommentare zu “[Test] Obst/Früchte mit dem Passiersieb („Fleissiges Lieschen“) passieren oder mit Tuch auspressen ?

  1. Ich koche auch aus den Resten noch einen Sirup, gieße also den „Presskuchen“ mit kochendem Wasser auf und lasse noch einmal durch. Daher ist es mir ziemlich egal, wenn noch ein bisschen drinnen bleibt, weil ich daraus ja den Sirup herstelle.

    Persönlich verwende ich verschiedene Methoden, je nachdem, was ich für Kräuter/Obst habe. Kräuter am liebsten durch das Tuch, Beerenobst am liebsten durch das Haarsieb (so wie Deines) und Äpfel etc. am liebsten durch die flotte Lotte oder mit dem Passierstab.

    Bei Beerenfrüchten geht mir die flotte Lotte ein bisschen auf die Nerven wegen den Körnern, weil entweder sind die Löcher zu groß oder sie verstopfen und dann geht erst nix.

    lg
    Maria

    Gefällt mir

  2. Ich habe eine Flotte Lotte, die heißt hier wohl in A allgemein so, egal von welcher Marke das ist.
    Zum Saft machen oder auch für Gelee habe ich beide Methoden verwendet.
    Praktischer finde ich das Lottchen, weil das Tuch auswaschen, bevor ich es in die Wama gebe führt mich zumindest in den Garten, weil ich das in der Abwasch nicht machen mag.

    Ansonsten, werfe ich das Ausgepresste nicht weg, sondern geb da etwas Wasser dazu, und koche Sirup draus. Zumindest bei meinen Jostabeeren ist da noch genug Aroma drinnen, ich denke bei Himbeeren ist das nicht so anzuraten, das wäre wahrscheinlich eine fade Angelegenheit.

    Danke auf jeden Fall für deinen informativen Bericht.
    lg. Sina

    Gefällt mir

    • Liebe Sina, die Waschprozedur mit dem Handtuch war letztendlich auch für mich der Grund, mich nach einer Alternative umzusehen ;-). Bei den Himbeeren war es kein Problem, die waren wirklich sehr trocken, aber bei anderen Früchten ist diese Reinigung des Handtuches schon eine Herausforderung ;-). Der Tipp mit dem Sirup ist gut – das werde ich bei nächster Gelegenheit ausprobieren. Herzlichen Dank ! LG Birthe

      Gefällt mir

  3. Liebe Birthe,
    ich hab das ehrlich gesagt vor dem Kauf des Fleissigen Lieschens auch nicht gewußt ;-).
    Ich finde den Namen süss!
    Hätte aber auch fleissiger Toni heißen können, so als gendermässigen Ausgleich 😉
    Lieben Gruß zurück und viel Spass beim Passieren
    Alexia

    Gefällt mir

  4. Hallo Birthe,
    das Passiersieb mit der Holzrolle heißt wirklich nicht Flotte Lotte sondern, tataa…: Fleissiges Lieschen… /im Original von Gefu) passt also perfekt zu dir!
    Ich habe beide in original, leider hab ich die Holzrolle verloren ;-(
    Lieben Gruß
    Alexia

    Gefällt mir

    • Liebe Alexia,
      wie gut, dass Du so aufmerksam bist – herzlichen Dank !!:-)) Natürlich hast Du recht, habe eben mal genauer nachgesehen und habe das original “fleissige Lieschen” von Gefu gefunden . Stimmt, das ist das Sieb bzw. ähnlich, wie ich es habe (Westmark).
      Die Flotte Lotte ist vielseitiger, hat mehrere Einsätze, ich wusste nicht, dass es zwei Geräte gibt: Sieb und Passiergerät … Werde das im Beitrag noch ergänzen – vielen Dank nochmal und liebe Grüße,
      Birthe 🙂

      Gefällt mir

ich freue mich über Eure Kommentare:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s