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Schneckenbekämpfung – Tipps von „Absammeln“ bis „Zaun“

Ich liebe unseren Garten – und ich liebe die Natur. Und zur Natur gehören eindeutig auch Schnecken. Auch wenn ich Schnecken nicht hasse, in meinem Nutz-Garten haben sie nichts verloren – da verstehe ich keinen Spaß !

Wer kennt sie nicht: besonders in feuchtwarmen Sommern scheinen sie nahezu allgegenwärtig zu sein:  diese roten Nackschnecken, die bereits so manchem Gärtner die Lust am Hobby vergällt haben. Besonders in feuchten Sommern werden sie schnell zur Plage und fressen sich hungrig durch unsere Gärten. Eines vorweg:  das ultimative Mittel gegen Schnecken gibt es NICHT ! Doch es gibt so manche einfache, biologische und somit unschädliche Tricks und Tipps, die-  zusammen angewendet – die Schneckenplage doch immerhin ein wenig eindämmen können und dafür sorgen, dass der (Hobby-)Gärtner nicht frustriert vor den Schnecken kapitulieren muss:

Nacktschnecke auf

Nacktschnecke auf „frischer Tat“

Anfangen will ich jedoch mit den NICHT-biologischen Mitteln, wobei ich hier eigentlich nur eines kenne:

Das Schneckenkorn

Ich glaube, jeder kennt Schneckenkorn und die meisten haben es wohl auch schon verwendet: es ist ein -meist farbiges – Granulat. Die meisten Mittel sind mehr oder weniger witterungs-regen- und wasserfest, dennoch sollte man nach Regengüssen beachten, ob und wieviel der gestreuten Körner noch vorhanden sind, um evtl. nachzustreuen. Außerdem muss ja auch gegossen werden… ;-).

Sinn des Schneckenkorns ist es, Schnecken mit einer „attraktiven Mischung“ anzulocken, damit die Schnecken das Korn aufnehmen, um anschließend daran -qualvoll – zugrunde zu gehen.

Es gibt zwei Gruppen Schneckenkorn:

1) Die eine Sorte „arbeitet“ mit dem Wirkstoff Metaldehyd, d.h. die Schnecken verenden nach dem Genuss des Kornes meist an Ort und Stelle – man muss die „Leichen“ später  entfernen oder mit Erde bedecken (bzw. „begraben“).

2) Die zweite „Biologische“ Gruppe enthält als Wirkstoff Eisen III Phospat, d.h. die Schnecken nehmen das Korn auf, nehmen es aber noch mit in ihren Bau (oder wohin auch immer) und verenden dort.

Das Schneckenkorn ist – glaubt man dem Feedback von Hobbygärtnern, mehr oder weniger wirksam, je nach Einsatzgebiet und Witterung. Hier muss wohl jeder selbst seine Erfahrungen machen…

Auf jeden Fall sollte man mit Schneckenkorn und dessen Dosierung/Anwendung vorsichtig und verantwortungsvoll umgehen. Der Erfolg ist fraglich, die Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Gemüse ebenfalls. Somit muss jeder für sich entscheiden, ob er zu diesem Mittel greift (es wird wohl oft auch bei Blumen verwendet). Es gibt positive Erfahrungen und Meldungen, aber eben auch neutrale oder negative Stimmen.
Wenn ich richtig informiert bin, sollte man Schneckenkorn nur 4-6 x pro Saison bzw. Jahr anwenden. Doch ist dies aussreichend, um der Schnecken „Herr“ zu werden? Was geschieht in der übrigen Zeit? Und was geschieht, wenn die Schnecken den Garten zu überrennen drohen…?

Hier nun also einige gängige und biologische Tipps abseits des Schneckenkorns, um der Schneckenplage Einhalt zu gebieten:

1) Absammeln

Das Absammeln der Schnecken ist wohl eine der effektivsten Methoden, nach dem Motto: „Auf frischer Tat erwischt“. Abends in der Dämmerung oder im Dunkeln mit Taschenlampe, Handschuhen und Eimer bewaffnet, geht es ins Beet und man kann die Schnecken recht simpel absammeln. Funktioniert recht gut, sofern der Garten nicht überdimensional groß ist ;-). Die anschließende Frage : „Wohin nun mit den aufgelesenen Schnecken ?“ muss jeder für sich beantworten ;-). Sie eignen sich z.B. als Fischfutter im nahen Teich,

2) Abschrecken:

Schnecken mögen gewisse Pflanzen nicht. Bohnenkraut und Kamille zum Beispiel stehen in dem Ruf, auf Schnecken abschreckend zu wirken. Ein Ring aus diesen Pflanzen um das Blumen- oder Gemüsebeeet gepflanzt, sieht zumindest nett aus und beide Pflanzen finden auch in der Küche als Würze oder Tee, oder gar als Heilkraut – Anwendung.

3) Bierfalle:

Eine weit verbreitete Praxis: Ein Gefäß, z.B. ein Plastikbecher, wird etwas abseits von der zu schützenden Stelle in einem Loch eingegraben, sodass der Rand des Bechers so gut wie ebenerdig ist. Das Bier ist ein echter Leckerbissen für die Schnecken, sie nehmen dafür weite Wege auf sich, wollen vom köstlichen Bier trinken und – ertrinken – !

Nachteil: Der Schuss könnte nach hinten losgehen und sich als wahrer Bumerang erweisen: Mit dieser Köstlichkeit locken wir natürlich auch Schnecken an, die ohne dem Bier den Weg in unseren Garten vielleicht NIE gefunden oder gegangen wären…  Und wenn sie dann nicht ertrinken, haben wir den Salat, bzw. haben wir nicht den Salat, weil sich dann unter Umständen noch mehr Schnecken im Garten breit machen.

4) Holzbretter auslegen:

Wir alle haben das eine oder andere Brett – nicht unbedingt vor dem Kopf -, aber irgendwo auf dem Grundstück oder im Garten herumliegen. Schnecken suchen tagsüber einen schattigen, kühlen Platz  und lieben Holzbretter als natürliches Versteck. Also einfach einige Bretter großzügig im Garten herumliegen lassen und tagsüber ab und zu mal herumdrehen – Ihr werdet staunen, wieviele Schnecken sich darunter finden, die man nun mühelos absammeln kann – wieder ein paar Schnecken weniger ;-). So lockt man keine Schnecken aus Nachbars Garten an, bietet aber den vorhandenen Schnecken einen willkommenen Unterschlupf  und ein vermeintliches Versteck, den sie meist gerne annehmen. Den gleichen oder ähnlichen Effekt kann man z.b. mit Rhabarberblättern erzielen ;-).

5) Kaffee

Schnecken meiden trockene, rauhe Oberflächen, daher kann man mit Kaffeepulver eine Barriere rund um die Beete schaffen, die jedoch bei Feuchtigkeit nur bedingt wirksam ist und entsprechend schnell erneuert werden muss.

6) Kalkschicht

Kalk verätzt die Sohle der Schnecken, daher ist eine dicke Schicht Kalk rund um die Beete ein recht wirksamer, aber auch etwas brutaler Schutz6)

7) Kupfer, z.B. Ketten, Drähte, Umzäunungen aus  Kupfer… Hierzu kann ich nicht allzuviel sagen, da ich mich damit zu wenig auskenne – Angeblich scheuen Schnecken vor dem Kupfer zurück…? Fest steht, dass gelöstes Kupfer bereits in geringen Mengen giftig wirkt … Ich bin sehr skeptisch und würde mich diesbezüglich auf Erfahrungsberichte von Euch freuen, sofern Ihr diesbezüglich bereits Erfahrungen sammeln konntet…

8) Laufenten : Ausgezeichnete Schneckenvertilger sind Indische Laufenten. Allerdings hat natürlich nicht jeder Gärtner die Möglichkeit, diese Tiere zu halten. Ich habe gelesen, dass man sie sogar für einige Monate leihen bzw. „mieten“ kann… Hühner sollen Schneckengelege ausfindig machen und entfernen – allerdings bedeutet dies, dass die Hühner frei herumlaufen und auch Salat und andere Pflanzen anknabbern…?!
9) Mulch

Wie bereits erwähnt, lieben es Schnecken feucht. Trockener Rinden-Mulch (oder Sägemehl, oder Kaffeepulver) stellt für sie eine oft abschreckende Barriere dar, da sie diese trockenen, rauhen Oberflächen meiden – sie können nicht genug „schleimen“ .

Nachteil: Bei Feuchtigkeit ist diese Methode  nur bedingt wirksam, die Mulchbarriere muss dann breit genug sein, um unüberwindbar zu werden..

10) Naturnaher Garten:

In einem  naturnahen, biologischen Garten finden sich meist ganz von alleine die natürlichen Feinde der Schnecken ein, z.B. Igel, Spitzmäuse, Amseln, Stare, Elstern…

11) Schneckenzaun: Wirksam, biologisch, ungefährlich für alle Lebewesen, einmal gebaut und jahrzehntelang Ruhe – was will man mehr ! Die Schnecken kommen über dieses Hindernis nicht hinweg, sie versuchen es gar nicht mehr wirklich, es scheint, sie haben es aufgegeben und sich leichter erreichbare Nahrung gesucht. Wir haben seit ca. 13 Jahren einen Schneckenzaun rund um unseren Nutzgarten und haben seitdem fast keine Schnecke mehr im Beet entdeckt – und auch keine Fraßschäden am Salat o.ä. PERFEKT !Die Arbeit wurde einmal getan – und sie hält sich in Grenzen, er ist bezahlbar – bzw. eigentlich unbezahlbar, wenn man seinen Nutzen bedenkt. Nachteil: Man kann natürlich nicht alle Blumen und Pflanzen mit einem Schneckenzaun umgeben, er ist nur bedingt flexibel, was den Standort betrifft. Aber das Beet, das er umgibt, schützt er ohne Wenn und Aber.Mein absoluter Favorit in der Schneckenbekämpfung !
In den nächsten Tagen werde ich Näheres dazu in diesem Blog schreiben…
12) Trockenheit:

(MORGENS gießen!) Schnecken brauchen Feuchtigkeit zum Schleimen bzw. zum Kriechen. Das heißt, bei Trockenheit bleiben sie zu Hause und lassen Salat Salat sein. Daher fällt in trockenen Sommern auf, dass weniger Schnecken unterwegs sind.

Doch haben wir das Wetter leider nicht in der Hand… Was können WIR also tun? :Ganz einfach: MORGENS GIEßEN – NICHT abends !!! Eigentlich ist es ganz einfach: Gießt man abends, kann man gleich ein Schild mit herausstellen à la: „Schnecken herzlich willkommen“. Denn abends und nachts wird es kühler, Schnecken sind nachtaktiv, lieben die Kühle der Nacht – und eben Feuchtigkeit. Gießen wir abends, sorgen wir für ideale Bedingungen, unter denen sich jede Schnecke wohlfühlt und sich so richtig den Bauch vollschlagen kann.Lieber also morgens eine halbe Stunde früher aufstehen und gießen – wenn es dann heiß wird oder die Sonne herauskommt, bleiben die Schnecken zu Hause – Feuchtigkeit hin oder her, die Sonne ist schlimmer ;-).

Übrigens ist das morgendliche Gießen noch aus einem anderen Grund sinnvoll: Gießt man abends, verdunstet das Wasser/die Feuchtigkeit unter Umständen nicht mehr vollständig, das Wasser bleibt auf den Blättern und Blüten stehen und sorgt u.U. für Pilzbefall und andere Krankheiten. Also auch aus diesem Grund ist das Gießen am Morgen ratsam – allerdings natürlich nicht mehr bei voller Sonneneinstrahlung, sonst verbrennen die Blätter.

13) Verstecke aufspüren:

Wenn man ihre Verstecke findet, kann man die Schnecken dort einfach aufsammeln. Daher legt man ihnen z.B. die oben genannten Holzbretter hin – bieten wir ihnen Verstecke an, wissen wir, wo wir die Schnecken suchen können. Gemein, aber wirksam ;-).

14) Zaun: 

Siehe Schneckenzaun ;-).

Sonstiges: Leider ist es oft immer noch Praxis, Schnecken Salz auf den Rücken zu streuen. Das ist einfach nur grausam – da die Schnecken regelrecht verätzen.  Genauso grausam also wie Schneckenkorn. Ich bin sicherlich kein Schneckenfreund, aber es sind Lebewesen, die man nicht unnötig quälen sollte, nur weil sie sich zur Nahrungssuche ausgerechnet unseren Garten ausgesucht haben. Das haben sie nicht verdient.

Ich hasse sie nicht, ich mag sie nur nicht in meinem Garten und werde weiterhin versuchen, sie aus meinen Beeten herauszuhalten.

Ich wünsche Euch viel Erfolg bei der Schneckenbekämpfung und würde mich über Eure Erfahrungen freuen – vielleicht können wir ja durch Eure Kommentare und Euer Feedback diese Schneckenbekämpfungsliste noch weiter ergänzen und erweitern – gemeinsam sind wir stark  … 😉 :-))

In diesem Sinne grüßt Euch herzlich aus dem Beet,

Birthe

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3 Kommentare zu “Schneckenbekämpfung – Tipps von „Absammeln“ bis „Zaun“

  1. Hi Birthe, vielen Dank für deinen informativen Beitrag und die vielen Tipps. Davon werde ich demnächst mal einige ausprobieren. Die Methode der Abschreckung hört sich gut an. Die ist nicht so brutal und kann recht schnell umgesetzt werden.
    Viele Grüße
    Richard

    Gefällt 1 Person

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