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[Biologisches Pflanzenschutzmittel]: Ackerschachtelhalm-Brühe zur Stärkung von Garten- und Nutzpflanzen

In unserem Garten fühlt sich der Ackerschachtelhalm -leider – sehr wohl. Demzufolge breitet er sich aus und wird von uns seit Jahren bekämpft. Neuerdings kann ich es jedoch kaum abwarten, bis genügend Ackerschachtelhalm gewachsen ist, denn ich setzte damit eine Brühe an, mit der ich Rosen, Blumen und Nutzpflanzen im Garten besprüh (nicht für Bohnen oder Erbsen geeignet).

Vor wenigen Tagen also habe ich eine Basis-Brühe angesetzt und heute fertiggestellt – und gleich auf meine Rosen gesprüht, die sich zur Zeit sowohl mit Mehltau als auch mit Blattläusen und Rosenrost herumplagen müssen… Die Kieselsäure, die im Ackerschachtelhalm enthalten ist, sorgt dafür, dass die behandelten Pflanzen gestärkt werden, die Oberfläche von Blättern und Pflanzenteilen werden stärker und somit widerstandsfähiger gegen Läuse, Pilze, Mehltau, usw… Somit besonders gut geeignet z.B. für Rosen, Clematis, um Sternrußtau/Mehltau und Blattläusen vorzubeugen und zu bekämpfen.

Hier zeige ich nun, wie man eine Ackerschachtelhalm-Brühe herstellt:

1) 1 kg Ackerschachtelhalm pflücken (nur oberirdisch). Grob zerkleinern. Mit 10 ltr. kaltem Wasser übergießen, abdecken und 24 Stunden stehen lassen (statt der frischen Pflanzenteile kann wahlweise  150 g getrocknetes Pflanzengut  auf 10 ltr. Wasser verwendet werden).

(Meine Brühe habe ich mangels Masse mit nur 100 g frischem Ackerschachtelhalm angesetzt, da ich z.Zt. nicht mehr Kraut habe – und dann 1 ltr. Wasser zugegeben.

Ackerschachtelhalm-Brühe, 03. Juni 2014

Ackerschachtelhalm-Brühe, 03. Juni 2014

 

2) Die Brühe nun in einem großen Topf zugedeckt erhitzen und ca. 1/2 – 1 Stunde köcheln lassen.

Ackerschachtelhalm im Kochtopf, Ackerschachtelhalmbrühe, 05. Juni 2014

Ackerschachtelhalm im Kochtopf, Ackerschachtelhalmbrühe, 05. Juni 2014

 

3) Den Topf vom Herd nehmen und abgedeckt abkühlen lassen.

4) Die Flüssigkeit absieben, den Ackerschachtelhalm ausdrücken.

Bei mir ergab diese Prozedur bei 1 ltr. Wasser/100 g Ackerschachtelhalm = gute 500 ml Brühengrundlage. Nicht sehr viel, aber diese Basis-Brühe wird  nun verdünnt angewendet, sodass noch etwas Wasser hinzukommt.

Ackerschachtelhalm-Brühe (kann nun verdünnt gespritzt werden)

Ackerschachtelhalm-Brühe (kann nun verdünnt gespritzt werden)

5) Die fertige Brühe ist eine Grundlage für ein biologisches Spritzmittel, das die behandelten Pflanzen stärkt und widerstandsfähig macht. Im Verhältnis 1:3 bis 1:5 mit Wasser verdünnen und vorbeugend ab dem zeitigen Frühjahr die Blumen und Blätter damit besprühen. Ist eine Pflanze bereits mit Schädlingen befallen, kann man dieses Gemisch auch alle 2-3 Tage spritzen. Verstärkt werden kann der Effekt, indem man diese Brühe zum  Gießwasser gibt.

Ackerschachtelhalm-Brühe, verdünnt, bereit zum Spritzen.

Ackerschachtelhalm-Brühe, verdünnt, bereit zum Spritzen.

Ich habe meine Brühe heute 1:4 mit Wasser verdünnt (ergab 2 ltr) und verspritzt. Nun habe ich nur noch wenig übrig und werde in den nächsten Tagen auf die Suche nach Ackerschachtelhalm gehen, um für Nachschub zu sorgen ;-).

Tipp: Man kann die Brühe gut aufbewahren: einfach in ein Schraubglas oder -Flasche füllen und im kühlen Keller überwintern. Dann kann man bereits im zeitigen Frühjahr mit dem Spritzen und Stärken beginnen, auch wenn der Ackerschachtelhalm noch nicht zum Sammeln zur Verfügung steht. Sollte die Brühe dann riechen oder gar stinken – kein Problem, es ist dann gegärt und zur Jauche mutiert, was dem Effekt aber keinen Abbruch tut.

 

Irgendwo habe ich gelesen, dass die Zugabe von 1 TL Natriumhydrogencarbonat (Wirkstoff im Backpulver) auf 1 ltr. Spritzbrühe die Fungizid-Wirkung erhöht. Dies gilt es auszuprobieren…

 

 

Weitere Informationen zum Ackerschachtelhalm:

Die Ursache für die  positiven Wirkungen ist der hohe Gehalt an Kieselsäure, Mineralstoffen, Spurenelementen und anderen organischen Säuren.

Gepflückt oder gesammelt werden kann er von Mai bis Juli, man kann ihn eigentlich fast überall finden – er ist anspruchslos, gedeiht auf Wiesen, im lichten Wald, … und, wenn man Pech hat (oder Glück, je nach Sichtweise) auch im eigenen Garten. Dort ist der Nachschub immer gewährleistet, denn hat er sich einmal “eingenistet” wird man ihn nie mehr los – versprochen 😉.

 

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3 Kommentare zu “[Biologisches Pflanzenschutzmittel]: Ackerschachtelhalm-Brühe zur Stärkung von Garten- und Nutzpflanzen

  1. Bei mir ist auch gerade eine Blattlausinvasion im Gange. Im Glashaus hab ich sie dieses Jahr mit einer präventiven Neemölbehandlung verhindern können, aber meine jungen Apfelbäume und auch die Saubohnen sind massiv befallen. Da ich auch sehr viel Ackerschachtelhalm im Garten habe werde ich dein Rezept gleich einmal probieren 🙂
    Liebe Grüße Florian

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    • Die Läuse an den Rosen usw. stören mich nicht weiter, aber an den Bohnen ist es natürlich übel. Wenn Du Rhabarber hat, kannst Du auch eine Jauche oder Brühe aus Rhabarberblättern herstellen und es damit versuchen (verdünnen nicht vergessen!). Viel Erfolg und herzliche Grüße, Birthe 🙂

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